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Abseits – Arbeitnehmer wollen nicht in die Walachei

Um gleich auf den Punkt zu kommen und das Buzzword „Fachkräftemangel“ nicht zum x-ten Mal zu strapazieren: Es kommt nicht nur darauf an, was man arbeitet und wie viel man verdient. Ganz entscheidend ist, wo man arbeitet und lebt.

Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit

Gerade das Image und der Mehrwert, den eine Region bietet, entscheiden über das Kommen und Bleiben von Fachkräften. Werbung mit bunten Bildern und Veranstaltungshighlights reicht allerdings nicht. Wichtiger sind Authentizität, Transparenz und Kommunikation auf allen Kanälen, vor allem im Social Media. Auch eine gute Story aus der Region schadet nicht – wenn sie sich nicht nur um Geschichte und Tradition dreht. Denn beides hat meist wenig mit der Lebensqualität im Hier und Jetzt zu tun.

Lebensfreude hat viele Facetten

Ob Walachei oder Großstadtflair – Fachkräfte haben verschiedene Vorlieben. Die einen zieht es zum Beispiel aufs platte Land nach Wacken, der Heimat des größten Heavy-Metal-Festivals der Welt. Wer in dieser Region arbeitet, kann den „Spirit“ des Festivals das ganze Jahr über spüren. Ein norddeutsches Stahlbauunternehmen warb daher in einer Stellenanzeige kurzerhand mit Gratis-Karten für das Wacken Open Air um neue Mitarbeiter. Äußerst erfolgreich übrigens.

Andere wiederum wünschen sich die Nähe zum Meer, das für sie einen hohen Freizeitwert hat.  Wieder andere zieht es in multikulturelle Regionen wie die Oberpfalz. Die hat sich kurzerhand mit der Region Pilsen und dem Nachbarland Tschechien zusammengetan. Gemeinsam starteten sie als Region Oberpfalz-Pilsen eine clevere Fachkräfteinitiative, die schon mit dem Anwerben von Studenten beginnt.

Alle diese Aktionen zeichnen sich dadurch aus, dass sie witzig, spritzig und teilweise unkonventionell sind.

Über das Herz in den Kopf

Heute genügt es nicht mehr, bloße Stellenanzeigen zu schalten und auf Bewerbungen zu hoffen. Gefragt sind Strategien abseits vom Mainstream, die ehrlich und zielgruppengerichtet sind. Und die Emotionen der Zielgruppe ansprechen.

Dazu sollte man seine Zielgruppe gut kennen. Was ist den gesuchten Arbeitnehmern wichtig? Wie ticken sie und ihre Familien? Wer die Antworten weiß, kennt auch seine Zielgruppe.

Ärzte haben zum Beispiel ein komplett anderes Verständnis von Lebensqualität als Ingenieure. Ärzten ist ein kulturelles Ambiente wichtig. Sie bevorzugen Ruhe und haben meist schon früh eine Familie gegründet – wollen also eine „Heile Welt“ mit Wohlfühl-Umfeld. Weiterbildungschancen und der Ruf einer Klinik sind für sie auch sehr wichtig.

Ingenieure dagegen sind länger Single und wollen am liebsten bei einem Autobauer arbeiten (egal wo!). Sie lieben auch Jobs abseits des Mainstreams,  z. B. auf einer Ölplattform. Sie sind deutlich abenteuerlustiger als Ärzte und halten es eine Zeitlang überall aus. Hauptsache, sie haben eine sinnvolle Beschäftigung, die Spaß macht und die Karriere voranbringt.

Marken machen das Rennen

(Regional-)Marken gewinnen also auch im Kampf um Fachkräfte. Über weitere Ideen und Chancen für das Regionalmarketing im Fachkräftewettbewerb referiert Silvia Janzen auf einer Fachtagung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zum Thema „Regionalmarketing“.

Unter der Überschrift „Was Fachkräfte bewegt – Regionen erfolgreich im Wettbewerb um Fachkräfte positionieren?“ werden am 29. November 2013 im Ludwig Erhard Haus der IHK Berlin von  10.30 bis 16.00 Uhr Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen zu sehen und hören sein.

Mehr Infos unter www.fachkraeftebuero.de