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Atlas – Facebooks neue Kampfansage an Google

Seit Anfang Oktober mischt Facebook auch außerhalb der eigenen Grenzen auf dem Werbemarkt mit. Mit dem 2013 von Microsoft übernommenen Ad-Server Atlas erweitert Facebook seine Vermarktungstätigkeit jetzt auf Websites und Apps von Drittanbietern. Der Zuckerberg-Konzern bläst mit seinen neuen Möglichkeiten zielgerichteter Werbung zur „Ad-tacke“ auf die Konkurrenz im Display-Advertising, wo derzeit noch Googles Display-Netzwerk (GDN) führend ist.

Was kann Atlas, was die anderen nicht können?

Atlas-Chef Erik Johnson sieht das People-Based Marketing seines Unternehmens als den entscheidenden Vorteil gegenüber den Wettbewerbern. Um es zu ermöglichen, ist das gezielte Ausspielen von Werbeanzeigen ein wichtiger Faktor. Das leisten auch andere Netzwerke wie das bereits genannte GDN, doch bei Facebooks Atlas funktioniert es noch ein bisschen besser.

Denn das System ermöglicht ein sogenanntes Cross-Device-Tracking: Werbetreibende können damit Kampagnen geräteübergreifend steuern und einen konkreten Nutzer sowohl an stationären als auch an mobilen Endgeräten mit den passenden Anzeigen beliefern.

Einmal eingeloggt und Atlas weiß Bescheid

Um den Nutzer, der schon am stationären Rechner eine Anzeige geklickt hat, auch auf dem mobilen Endgerät zu erreichen, muss dieser eindeutig zu identifizieren sein. Das gewährleistet der Nutzer-Login bei Facebook. Hat sich der User damit einmal mit seinem Gerät bei Facebook eingeloggt, erkennt ihn auch Atlas und bedient ihn von nun an mit maßgeschneiderter Werbung. Ein aktiver Login zum Zeitpunkt der Werbeansprache ist dafür nicht einmal erforderlich. Auf stationären Geräten wird der Login über Cookies gespeichert, auf mobilen Endgeräten erfolgt die individuelle Ansprache über die zugehörige Werbe-ID des jeweiligen Herstellers (Apple: Identifier for Advertising (IDFA); Android: Advertising-ID).

Das gewisse Etwas liefert Facebook selbst: Anonymisierte Datensätze mit den auf Facebook hinterlegten Nutzerinformationen werden in Atlas integriert. Mit ihnen kann die Zielgruppe nach Geschlecht, Alter, Gerät, Standort und Interessen definiert werden – und zwar so präzise, wie das über andere Dienste bisher nicht möglich war. Wem das noch nicht reicht, der kann außerdem eigene Kampagnendaten wie das Surfverhalten seiner Website-Besucher in Atlas importieren.

Wer profitiert davon?

Facebook hat die nötigen Vorbereitungen getroffen und bereits Verträge mit verschiedenen Werbenetzwerken, Webseitenbetreibern und App-Anbietern geschlossen, damit Inhalte zukünftig mit Atlas-Ads bespielt werden können. Für die Seitenbetreiber und App-Anbieter entsteht so eine neue Möglichkeit, ihr Angebot zu monetarisieren: Atlas wird zu einer neuen Einnahmequelle.

Den Werbetreibenden eröffnet sich mit Atlas eine vielversprechende Alternative zu den bestehenden Werbenetzwerken. Denn die plattformübergreifende, zielgenaue Auslieferung von Werbung ist in Anbetracht der zunehmenden Zahl mobiler Endgeräten das Modell der Zukunft.

Datenschutz bei Atlas

Der Nutzer soll sich laut Facebook um seine Daten keine Sorgen machen. Es werden demnach ausschließlich anonymisierte Daten an Atlas übermittelt, welche nicht mit dem zugehörigen Facebook-Namen verbunden sind und auch nicht darauf schließen lassen. Atlas und die Partnerseiten des Netzwerks arbeiten demnach so, wie Facebook bislang auch intern Werbeanzeigen geschaltet hat. Für den Nutzer ändert sich somit nur, dass er künftig auch außerhalb des sozialen Netzwerks Angebote erhält, die sich aus seinen Facebook-Daten speisen.

Top oder Flop

Ob das Facebook-Werbenetzwerk ein Erfolg wird, wird sich mit der Zeit zeigen. Wenn Atlas weitere Kooperationspartner findet und das Netzwerk weiter wächst, hat es das Potenzial, sich am Markt zu etablieren. Das Cross-Device-Tracking ist ein großartiger Mehrwert gegenüber der Konkurrenz und bietet den Marketern neue Möglichkeiten zum Aussteuern von Kampagnen. Wir sind gespannt und freuen uns darauf, die ersten Kampagnen für unsere Kunden zu realisieren.