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Collaborative Workplaces - die Arbeitswelt im Wandel

Globalisierung, Kreativität, Flexibilisierung und Mobilität – dies sind die entscheidenden Faktoren in der modernen Arbeitswelt. Auf dem Weg zur Wissensgesellschaft verlieren starre Berufsbilder sowie industriell geprägte Arbeitsformen massiv an Bedeutung. Den neuen Herausforderungen begegnen immer mehr Unternehmen mit neuen Organisationsformen – räumlichen wie virtuellen. Neue Software-Anwendungen und innovative Raumkonzepte erlauben ein flexibleres und mobileres teamwork- und projektbezogenes Arbeiten.

Ein herausragendes Beispiel dafür, wie Architektur diese Entwicklung fördern kann, gibt die neue Unilever-Zentrale in Hamburgs HafenCity. Das gesamte Gebäude ist als flexibler Arbeitsraum gestaltet: großzügig, offen und transparent. Meetingpoints statt Einzelbüros, ein großes Atrium, Brücken und Rampen, die die verschiedenen Arbeitsebenen miteinander verbinden. Das alles sorgt für eine Atmosphäre, die Interaktion und Kommunikation vereinfacht und fördert. Nicht umsonst wurde das Unilever-Haus kürzlich mit dem angesehenen World Architecture Festival Award in der Kategorie Office ausgezeichnet.

Insgesamt geht der Trend hin zu vielgestaltigen Räumlichkeiten für verschiedene Arbeitsszenarien. Mit offen einsehbaren Konferenzräumen, Bars, Lounges, speziell ausgestatteten Kreativsphären oder dem Einsatz von Multitouch-Technologien wie beispielsweise von eyefactive wird das Büro wird zum Katalysator für Unternehmenskultur, Kommunikation und Kollaboration – zum Collaborative Workplace.

Eine ganz andere Form von Collaborative Workplaces bietennonterritoriale Büros. Sie symbolisieren vielleicht am deutlichsten die Zukunft der modernen Arbeitswelt, in der räumliche Hierarchien vollständig aufgehoben werden. Schon jetzt gibt es zahlreiche Anbieter, die Unternehmen und Freelancern multifunktionale und voll ausgestattete Arbeitsflächen zum Beispiel für zeitlich begrenzte Projekte zur Verfügung stellen. Sie firmieren unter Namen wie office-to-go, habitaz oder The Coffee Office.

Zu den Anbietern nonterritorialer Büros zählt auch das betahouse in Berlin. Hier sitzen Start-up-Gründer neben Programmierern, Übersetzern und Konzertveranstaltern. Jeder arbeitet für sich, nutzt aber die gemeinsame Infrastruktur und profitiert vom jeweils anderen. So entstehen neue, agile und innovative Netzwerkkulturen. Setzt sich diese Entwicklung wie erwartet fort, wird künftig eine Smartphone-App dem Arbeitsvagabunden von morgen anzeigen, wo sein nächster Schreibtisch steht – egal in welcher internationalen Metropole er sich gerade befindet. Der Arbeitnehmer der Zukunft ist ständig unterwegs und doch immer in Büronähe.

Neben den raumgebundenen Lösungen für das neue Zusammenarbeiten gibt es aber auch virtuelle Anwendungen, die Menschen unabhängig von ihrem derzeitigen Aufenthaltsort zusammenbringen. Videokonferenzen gehören in vielen Unternehmen mittlerweile zum Alltag. Cisco hat mit TelePresence zum Beispiel ein Produkt entwickelt, das intuitiv benutzbar ist und solcheFernkonferenzen noch persönlicher macht. Auf den ersten Blick sehen die mit TelePresence ausgestatteten Räume wie ganz normale Konferenzräume aus. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass die Gesprächspartner auf einer Längsseite des Tisches auf großen LCD-Bildschirmen erscheinen und nicht tatsächlich vor Ort sind.  Dennoch sieht es fast so aus, als säßen die Personen einem am Tisch direkt gegenüber.

Das weltweit operierende Unternehmen verkauft TelePresence nicht nur erfolgreich, sondern setzt es auch selbst gewinnbringend ein. Nach eigenen Angaben hat Cisco seit Einführung des Systems 360 Millionen Dollar Reisekosten eingespart. Und zudem auch noch die Umwelt geschont.

Es gibt aber auch Tools, die sich für kleinere Unternehmen lohnen. Viele davon sind sogar kostenfrei. Mit Google Text & Tabellen, einer webbasierten Office-Suite, lassen sich Texte und Tabellen online erstellen, verwalten und – das ist das Interessante – gemeinsam in Echtzeit bearbeiten.

Konkurrent Microsoft hat soeben mit docs.com nachgezogen, einer webbasierten Variante seiner Bürosoftware Word, Excel und Powerpoint. Bisher steht sie jedoch ausschließlich Facebook-Nutzern zur Verfügung. Bei weltweit etwa 400 Millionen Usern ist das allerdings nicht der schlechteste Vertriebsweg.

Auch Werkzeuge wie doodle oder prezi helfen, Arbeitsabläufe zu dezentralisieren und zu beschleunigen. Sie vereinfachen beispielsweise Terminabstimmungen oder ermöglichen es, Präsentationen gemeinsam zu erstellen und zu veröffentlichen. Beide Tools sind wie geschaffen für die globale und doch vernetzte Arbeitswelt von heute.

Alle diese Beispiele legen ihren Fokus auf Mobilität und Kollaboration. Denn die moderne Arbeitswelt braucht neue Räume – um gemeinsam kreativ zu sein und um Wissen schnell und überall zu teilen und verfügbar machen zu können – unabhängig von Ort und Zeitzone.

Quelle:
  • Zukunftsinstitut: „100 Top Trends. Die wichtigsten Driving-Forces für den kommenden Wandel.“
  • Matthias Horx, et al.: „Zukunft machen. Wie sie von Trends zu Business-Innovationen kommen.“
  • Süddeutsche Zeitung vom 14.4.2010, S. 16
  • Neon April/2010, S. 84 ff.
  • Spiegel-online.de, Cisco.com, Unilever.de