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Cross Innovation

Wenn Chirurgen ihren Operationssaal wie einen Formel-1-Boxenstop organisieren oder die Aufsätze eines Akkuschraubers wie ein Revolver funktionieren (worx twist & go) – dann ist vielleicht Cross Innovation im Spiel. Denn die Abteilung Research & Development schaut bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen schon längst über den eigenen Tellerrand. Beim klassischen Design of Experiment verändert man systematisch Versuchsparameter in kleinsten Schritten. Das führt zwar immer noch zu interessanten Erfindungen. Doch wer das große Ganze im Blick hat, benötigt andere Methoden, die völlig unerwartete Ergebnisse hervorbringen.

Dazu gehört Cross Innovation. Das ist aber keine fest umschriebene Methode mit bestimmten Prozessschritten wie etwa TRIZ, sondern eher ein kreative Haltung.

Kreatives Abgucken

Cross Innovation umschreibt keineswegs elegant einen Plagiarismus. Vielmehr geht es um die intelligente Anwendung von Prinzipien, Funktionen und Eigenschaften aus anderen Bereichen auf den eigenen. Diese Prinzipien können technischer, methodischer, wirtschaftlicher oder gestalterischer Natur sein. Produkt-Eigenschaften können auf Services oder Geschäftsmodelle übetragen werden und umgekehrt – es gibt keine Einschränkung. Je weiter die Bereiche auseinanderliegen, desto spannender wird das Ergebnis.

Checked and confirmed: Wie wird es woanders gemacht?

Ein Formel-1 Boxenstop ist eine beeindruckende, perfekt aufeinander abgestimmte Gruppenleistung. Komplexe Tätigkeiten sind in mehrere einfache zerlegt. Parallel laufende Prozesse ersetzen zeitraubende Werkzeugwechsel. Abläufe und Transportwege sind optimiert. Jeder Beteiligte führt seine Aufgabe exakt zum festgelegten Zeitpunkt in der exakt vorgegebenen Zeitspanne aus – eine chirurgisch präzise Spitzenleistung.

Darin liegt auch schon das Potenzial von Cross Innovation. Ärzte haben sich bei der Organisation von Standard-Operationen ein methodisches Beispiel genommen am Reifenwechsel und an der Betankung im Rennsport. Das Ergebnis: optimale Platzierung von Equipment und Akteuren. Feste Standard-Prozeduren. Eingespielte Instrumenten-Wechsel. Und vor allem intensives Trocken-Training.

Im belgischen Krankenhaus AZ Sint-Maarten ließ sich ein OP-Team in Sachen Flugsicherheit schulen. Sicherheits-Checklisten und doppelte Prüf-Verfahren waren ursprünglich zur fehlerfreien Kommunikation zwischen Piloten und Mechanikern konzipiert. Sie inspirierten  die Ärzte zu einem deutlich erhöhtem Sicherheits-Bewusstsein bei Operationen.

Was könnte ein Krankenhaus wohl noch lernen? Zum Beispiel von einem Hotel oder Vergnügungspark im Umgang mit Kunden und Gästen beziehungsweise Patienten?

Copy-and-paste wird zu Copy-and-adapt-and-paste

Am Anfang eines Innovationsprozesses identifizieren und analysieren Sie das Problem. Dann suchen Sie nach Lösungen. Dabei helfen Ihnen Kreativmethoden wie Synektik oder Mindmapping. Oder Sie fragen sich hypothetisch „Wie würde X das tun?“. Wertvolle Impulse liefert Ihnen auch der Ersatz des Produkts durch „X“. Oder die Frage: „Was würden andere mit dem Produkt/Ding X tun?“

Die Herangehensweise sollte auf jeden Fall eher einem Spiel als einer Laborarbeit ähneln. Lassen Sie sich nicht durch unpassende Inspirationen entmutigen. Denn die gefundenen Ideen müssen fast immer noch angepasst, modifiziert, verschmolzen, zugeschnitten, spezifiziert oder weitergedacht werden. Es gilt, erfolgreiche Ansätze zu übertragen.

Inkrementell vs. disruptiv

Was macht Cross Innovations so gewinnbringend? Ein wesentlicher Faktor: Sie orientieren sich an Erfolgsrezepten aus anderen Bereichen. Ausschlaggebend ist, dass Cross Innovations in ihrem Sektor komplett neu sind. Sie sind keine kleinen, inkrementellen Veränderungen in Trippelschritten. Sie verändern das Bild maßgeblich. Sie regen häufig weitere Innovationen an. Sie sind disruptiv. Denn sie verändern, wie über Dinge nachgedacht wird. Oder wie und wofür sie genutzt werden. Cross Innovations haben das Potenzial, Produkte und Märkte maßgeblich zu verändern.

Ein Beispiel

In Indonesien werden Inkubatoren für Frühgeborene aus Auto-Ersatzteilen von Toyota gebaut. Der Grund? Diese sind auch in abgelegenen Dschungel-Siedlungen verfügbar – im Gegensatz zu den Teilen üblicher Inkubatoren. Die Scheinwerfer liefern Wärme. Die Alarmanlage meldet Notfälle. Gebläse und Luftfilter sorgen fürs Klima. Jeder Automechaniker kann das reparieren.

Wann sind Sie bereit für Cross Innovation?

Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Innovation passiert permanent – wenn Sie es nicht tun, macht es ein anderer. Halten Sie die Augen offen. Haben Sie ein offenes Ohr für Ihre Kollegen, Mitarbeiter, Kunden, Zulieferer. Spannende Impulse können von überall her kommen: aus Technik, Natur, Sport, Kunst, Naturwissenschaft, Tourismus ...

Fangen Sie mal mit ihrer Küche an: Welche Geräte, Prozesse, Verhaltensweisen und Effekte können Sie auf die Herausforderungen Ihres aktuellen Problems übertragen?

Viel Spaß beim Experimentieren.

Weiterlesen:
www.crossindustryinnovation.com

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