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Data to Text

Immer mehr Textarbeit wird von speziell dafür programmierter Software übernommen. Anstelle von Kundendienst-Mitarbeitern beantworten intelligente Programme Fragen zu Abflugzeiten und Telefontarifen. Und sogar in Redaktionen liefern neben Journalisten aus Fleisch und Blut auch künstliche Schreiber einen Teil der Artikel.

Roboter-Journalismus

In vielen Redaktionen stammen einige Texte nicht mehr von Menschenhand, sondern „aus der Maschine“: Spezielle Software-Programme erstellen per Algorithmus fertige Texte.

Was zunächst nach einem wahr gewordenen Albtraum für Journalisten klingt, entlastet sie tatsächlich. So gehören vor allem Nachrichten mit wiederkehrendem Muster zur Aufgabe der Roboterschreiber. Zum Beispiel Wetterberichte, Sportmeldungen und Aktienkurse.

Außerdem unterstützt die Software bei Recherchen. Sie analysiert in Echtzeit riesige Datenmengen aus Social Media, Blogs und Bewegtbild und stellt sie den Journalisten zur Verfügung.

Eine andere Software ist in der Lage, Themenseiten zu besonders gefragten Google-Suchbegriffen zu erstellen. Und das komplett mit Teasern und Artikel-Links. Eine enorme Zeitersparnis für Redakteure, die sich währenddessen komplexeren Artikeln widmen können.

Online-Shops

Wer einen Online-Shop eröffnen will, braucht riesige Textmengen. Diese müssen gleich mehrere Ansprüche erfüllen: Sie sollten die angebotenen Produkte ausführlich und abwechslungsreich beschreiben. Für Suchmaschinen optimiert sein. Und leicht zu pflegen sein.

Eine manuelle Texterstellung nach diesen Ansprüchen kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Immer mehr Shop-Betreiber setzen daher auf Textroboter. Einmal mit allen Produktdaten gefüttert, erstellt die Software automatisch Texte, die alle Ansprüche erfüllen.

Die Sorge, maschinengestützte Textgenerierung gehe auf Kosten der Lesbarkeit und Qualität, ist unbegründet: Die Software versteht Worte und deren Bedeutung. Und verfügt über einen variantenreichen Wortschatz. Praktischerweise sogar in mehreren Sprachen.

Chatbots

Die Idee ist genial: Dank Chatbots sind Unternehmen rund um die Uhr erreichbar. Sie versorgen Kunden prompt und ohne Warteschlange mit passenden Antworten. Die textbasierten Dialog-Systeme ziehen ihr Wissen aus vorgefertigten Datenbanken. Sie sind in der Lage, intelligente Konversationen zu führen.

Unternehmen wie die Deutsche Bank, Deutsche Telekom, Nike, Uber, Zalando und British Airways sparen so bereits Mitarbeiter. Und sorgen für glückliche Kunden. Theoretisch. Denn in der Realität laufen Anfragen noch häufig ins Leere. Oder Nutzer werden mit Standardantworten abgespeist. Eine äußerst frustrierende Erfahrung. Und wohl auch ein Grund dafür, dass sich nur jeder 4. Bundesbürger den Einsatz von Chatbots im alltäglichen Leben vorstellen kann.

Doch die Anbieter lernen dazu. Welches Potenzial Chatbots haben, zeigt ihr Einsatz im Facebook-Messenger der Reise-Suchmaschine Kayak. Er
durchsucht Flug-, Hotel- und Mietwagen-Angebote im Netz und unterstützt bei der Buchung. Der Chatbot informiert darüber hinaus aber auch, wenn Flüge geändert werden. Bei Bedarf stellt er wichtige Informationen wie Buchungsnummer oder Reisezeiten zur Verfügung.

Ähnlich glatt läuft es beim Angebot der „Bild-Zeitung“. Die informiert Fußballfans via Facebook-Messenger zum Beispiel über Transfergerüchte und Spielstände.

In der Redaktion der „Bild“ setzt man intern auf Slackbots. Diese Programme schlagen zum Beispiel Alarm, wenn eine von Bild vermarktete App eine schlechte Bewertung erhält. Ein anderer Bot wertet aus, welche
Geschichten besonders gut geteilt werden. So schafft er Anreize für die Lokalredaktion.

Trotz der zögerlichen Anlaufphase in Deutschland werden uns 2018 immer mehr Chatbots begegnen. Vor allem in den Bereichen Bestell-Nachfragen, Beschwerde-Management und bei der Beantwortung wiederkehrender Fragen bieten sie großes Potenzial in Sachen Effizienz und Kundenservice.

Quelle:
Andreas Weck, t3n-Magazin, „Sie haben den Chat verlassen“