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Designtrends 2017

Wenn sich Technologie und Gesellschaft verändern, zeigt sich das besonders deutlich in Mode und Design. Unsere Kreativ-Direktoren für Design, Lutz Lungershausen, Christian Klose und Patrick Wilkens, haben die Köpfe zusammengesteckt. Hier ihre Beobachtungen und Erwartungen in den Bereichen Kommunikations-, Interface- und Webdesign sowie Fotografie.

Geometrische Formen

Muster und Ornamente erheben sich aus der Fläche in den Raum. Elemente wirken, als wären sie Reliefs. Dieser Trend entstand vor gut 2 Jahren mit der Weiterentwicklung des Flat-Designs zum sogenannten Material-Design. Denn flach ist zwar gut und schön. Aber eine gewisse Plastizität ist nützlicher für die Usability. Mit geometrischen Mustern lässt sich sehr gut arbeiten: Sie werden verstanden, akzeptiert und sind trotzdem aufmerksamkeitsstark.

Neonfarben

Neonfarben waren schon in den 80er-Jahren sehr beliebt. Jetzt werden aber auch lange gemiedene Farben wie Türkis und Purpur wieder eingesetzt – ohne altbacken zu wirken. Generell werden 2017 alle Farben knalliger. Miteinander kombiniert dürfen sie durchaus unharmonisch, ja sogar kontrastreich flimmern. Sehr farbenfrohe Arbeiten zeigt die Startseite der Kreativplattform Behance.net.

80er-Jahre-Revival

Seit 2 Jahren erlebt die Kultur der 80er-Jahre einen zweiten Frühling. Das Design jener Zeit ist im 21. Jahrhundert angekommen. Die Formen erinnern an früher, aber die Farben und Anwendungen sind neu.

80er-Jahre-Themen wie Space Invaders werden neu aufgelegt. Die überaus beliebte Fernsehserie „Stranger Things“ beispielsweise lebt visuell komplett die Science-Fiction der 80er-Jahre aus und spielt auch in der Zeit. Das 80er-Design fließt derzeit als Retrotrend und Neu-Interpretation in die Alltagskultur der Generation Y ein.

Inszenierte Typografie

Handschriften-Fonts sind weiterhin im Kommen – allerdings nur, wenn sie mit viel Liebe zum Detail gestaltet und sorgfältig inszeniert sind. Der Duktus des Handgearbeiteten muss deutlich hervortreten: Teilweise werden die Schriftbilder sogar aus Holz, Kunststoff und Metall 3-dimensional gebaut.

Das Handgemachte ist der Gegenentwurf zu einer sterilen, durchgestylten Welt. Wichtig ist die Geschichte dahinter: Man muss sehen oder erkennen können, dass es manuell gefertigt wurde statt am Rechner gebaut. Craftmanship, also handwerkliches Können, wird wieder anerkannt und wertgeschätzt.

Doppelbelichtung und gestörte Porträts

Bei Fotografien sind Doppelbelichtungen, insbesondere von Porträts, zunehmend beliebt. Eine Besonderheit: Ein Objekt, meist der Kopf, ist freigestellt und ein anderes Motiv wird ganz zart in die Kontur hineinmontiert. Beide Motive bleiben voll erhalten. Zusammen gewinnen sie eine neue Bedeutung.

Ein 2. Trend in der Fotografie sind deutlich gestörte Porträts. Auf der Website femmefatale.paris bewegen sich z. B. Augen, Nase, Ohren und Mund im Raum. Dieser Trend zerreißt sogar Köpfe. Oder überlagert sie mit Info-Grafiken.

Glitch

Nicht neu, aber wieder zunehmend beliebt sind überlappende und sich mischende Farben. Druckraster werden absichtlich versetzt. Digitale Daten werden vorsätzlich in ihren binären Codes gestört. Das führt zu zufällig wirkenden Effekten, Bildstörungen, Artefakten oder Zuckungen, beispielsweise auf kikk.be.

Das Design von heute ist sehr sauber und aufgeräumt. Glitch ist der Gegenentwurf dazu. Dieser Trend stört perfekte Flächen. Das sieht modern aus, bewegt sich aber ganz scharf an der Kante zum Unästhetischen.

Webdesign: Brutalism und Ultraminimalismus

Das Schick und Hässlich des Glitch-Designs treiben Brutalism und Ultraminimalismus so richtig auf die Spitze.

Der Brutalism im Webdesign geht zurück zu den Anfängen. So könnte jedenfalls sein Leitsatz lauten. „Brutale“ Websites wirken, als wären sie nur mit ein paar laienhaften Zeilen Code entstanden. Hyperlinks erscheinen in Königsblau. Es gibt kaum grafische User-Interface-Elemente, sondern allenfalls ein paar animierte GIF-Grafiken.

Der Umgang mit den eigentlichen Inhalten ist jedoch erfrischend kreativ – sie werden oft völlig frei auf der Seite platziert. Erstaunlicherweise entsprechen solche Seiten technisch fast immer der Höhe der Zeit und sind z. B. sogar responsiv. Sie sind aber nur für überschaubare Mengen Content ausgelegt.

Im Ultra-Minimalismus hingegen besteht die Gestaltung fast nur noch aus Typografie. Ein paar Linien, Icons und Farben halten das Ganze dennoch zusammen. Auch hier steht allein der Content im Mittelpunkt – aber auf akkurat gestylte Weise.

Gestaltung und Interaktion auf immer neuen Oberflächen

Design findet an immer neuen Orten statt. Auch in Virtual und Augmented Reality muss es sich an neue Geräte anpassen. Das verdeutlichen folgende Beispiele:

•    Interaktive Umkleidekabine
Über ein in den Spiegel integriertes Touch-Interface kann man Kleidungsstücke in anderen Farben und Größen oder dazu passende Teile bestellen.

•    Innovatives Basketball-Spielfeld
Der Hallenboden protokolliert und analysiert die Laufpfade der Spieler. Der Trainer kann außerdem in Echtzeit einzelnen Athleten Spielzüge einzeichnen. Eine spannende Mischung aus Informationsdesign und User-Interface.

Fazit

Im Design bewegt sich was: Altes wird neu gedacht. Innovative Anwendungsgebiete erscheinen auf dem gestalterischen Spielfeld. Das Design 2017 wird brutal, aber bunt!