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Designtrends 2018, Teil 2

Letzte Woche haben wir Ihnen im 1. Teil neue Entwicklungen rund um Farb- und Mustermixe, Stilmittel, wachsende Freiräume und die neue Generation kreativer Typografen präsentiert. Doch das ist noch nicht alles. Hier sind 4 weitere Designtrends, an denen Sie 2018 nicht vorbeikommen.

Künstliche Intelligenz in der Kreation

Geht die künstliche Intelligenz (KI) an der Kreation vorbei? Mitnichten. Designer stehen unmittelbar vor dem größten Paradigmenwechsel seit dem Verschwinden von Foto- und Bleisatz. Der Bildbearbeitungsklassiker Photoshop verfügt schon seit einigen Jahren über smarte Funktionen. Mit jedem Update werden die Ergebnisse denen einer professionell-manuellen Fotoretusche ähnlicher.

Immer mehr intelligente Softwares unterstützen den Designer. Diese Weiterentwicklung seit der Einführung von DTP-Software hält an. Bisher machten lediglich bequeme Assistenzsysteme die zeitraubenden Routineaufgaben einfacher. Der Designer unterliegt damit ebenso einer Evolution wie zahlreiche andere Berufe auch.

Die Investitionen in KI haben sich seit 2016 verdreifacht. Strategische Partnerschaften von Adobe und Microsoft, von IBM und Salesforce lassen ahnen, in welche Richtung es geht.

Google testet mit dem Projekt Deepdream neuronale Netze, um damit 2 Bilder surreal miteinander zu verschmelzen.

Autodraw erkennt die Elemente hingekritzelter Zeichnungen und ersetzt sie durch (klassisch gestaltete) vorgefertigte Grafikbausteine.

CAD-Softwareführer Autodesk bietet Industriedesignern mit seinem Projekt Dreamcatcher Alternativen bei der Synthese von Designlösungen.

Kreativ-Softwarehersteller Adobe treibt ein namenloses Projekt (Sensei) voran, in dem Algorithmen Web-Design automatisieren. Dort entstehen jedoch keine Webseiten aus dem Nichts: Gestaltete Elemente werden neu und vor allem effizienzorientiert kombiniert.

Um Experte auf einem Gebiet zu werden, benötigt ein Mensch 10.000 Übungsstunden. Ähnlich ist es mit künstlicher Intelligenz: Der Trainingsaufwand ist derzeit noch immens. Künstlich intelligente Lösungen für echte Kreativaufgaben erwarten wir 2018 noch nicht.

Mood as Interface

Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren auf das UX-Design auswirken. Dabei wird das Design von Gefühlen erzeugt bzw. gesteuert.

Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Helm auf, der Ihre Emotionen liest. Gleichzeitig befinden Sie sich mittels einer VR-Brille in einer künstlichen Realität. In einem Auto. Auf einer Rennstrecke. Allein über Ihre Stimmung und Gedanken können Sie nun die Gestaltung der Strecke beeinflussen. Sind Sie aufgeregt, färbt sich die Fahrbahn rot und schlägt Loopings. Entspannen Sie sich, wird die Fahrt ruhiger und die Farben sanfter.

Science-Fiction sagen Sie? Nein. Auf dem Sundance Film Festival 2017 wurde genau diese Szenerie Wirklichkeit in einer „mind-bending interactive driving experience“ von Acura in Zusammenarbeit mit Bradley G. Munkowitz. Nun stellen Sie sich vor, wie wir in Zukunft allein durch die Interaktion unserer Emotionen mit elektronischen Anwendungen Nachrichten konsumieren oder einkaufen gehen. Spannend und gruselig zugleich.

Meaningful Animation

Im Webdesign ist im wahrsten Sinne des Wortes viel in „Bewegung“. Animationen sind nicht mehr nur Selbstzweck oder schönes Beiwerk. Sie werden immer gezielter eingesetzt, um die User Experience zu verbessern und Bedeutung zu transportieren.

Buttons transformieren zu Fortschrittsbalken. Ganze Screens morphen von einem Zustand zum nächsten. Sie „informieren“ den User darüber, wohin die alten Elemente verschwunden sind. Wo er sie im Zweifel wiederfindet. Und woher neue Elemente kommen. Das erleichtert das Verständnis für Benutzeroberflächen. Auch New Communication arbeitet in Website-Projekten bereits häufig mit „Transitions“. Das sind animierte Übergänge z. B. beim Aufruf von Navigation oder beim simplen Wechsel eines „+“ in ein „x“ bei aufklappbaren Elementen.

5 Tipps für die Website von morgen

1. Binden Sie Cinemagraphs ein. Das sind Bilder, in denen sich nur ein bestimmter Bereich wie in einem Film bewegt und immer wiederholt. Sie belegen nicht viel Speicherplatz, aber bringen eine ganz eigene Ästhetik und Dynamik auf Ihre Website.

2. Benutzen Sie das Scrollen als Interaktionsmöglichkeit. Beispielsweise zählt durch das Scrollen eine Zahl hoch bzw. herunter oder ein Auto fährt über den Bildschirm.

3. Nutzen Sie Parallax-Effekte. Wenn sich die Elemente Ihrer Seite beim Scrollen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen, entsteht der Eindruck von Tiefe und Räumlichkeit. Aber übertreiben Sie nicht!

4. Setzen Sie Lazy Loading ein. Bilder werden zunächst in stark verkleinerter Form geladen und groß skaliert, dabei aber weichgezeichnet. So sieht der User bereits eine Vorschau der Inhalte. Die endgültigen Bilder werden aber erst angezeigt, sobald sie vollständig geladen sind.

5. Greifen Sie zur Priority-Navigation statt zum Hamburger-Menü. Letzteres reduziert die Navigation auf 3 übereinander geschichtete Linien. Screendesigner lieben dieses minimalistische Gestaltungsmittel mittlerweile. Doch es versteckt viele Informationen und zieht somit Usability-Probleme nach sich. Daher geht der Trend dahin, Navigationspunkte zu priorisieren. Bei schmalen Displays versteckt man unwichtigere Punkte in einem „Mehr-Menü“. Wichtige Navigationspunkte bleiben zur Orientierung so lange wie möglich sichtbar. Voraussetzung: eine durchdachte Informationsarchitektur.

Übrigens: Alle diese Tipps haben wir bei der Konzeption, Gestaltung und Realisierung des Webauftritts für Nobiskrug umgesetzt. Die Werft für Superyachten hat unter anderem die Sailing Yacht A gefertigt.