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E-Commerce 2013 - Der Kunde ist jederzeit überall

Am 12. Februar 2013 veröffentlichte der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) die aktuellen E-Commerce-Zahlen für 2012. Das Ergebnis übertraf die Erwartungen: Der Aufwärtstrend im interaktiven Handel setzt sich auch 2012 fort. Bei einer Steigerungsrate von 15,6 % im Vergleich zum Vorjahr haben die Online- und Versandhändler einen Rekord-Gesamtumsatz von 39,3 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Natürlich soll diese Erfolgsgeschichte auch in diesem Jahr fortgeschrieben werden. Der bvh hat bereits zu Jahresbeginn einige Trendprognosen für 2013 veröffentlicht. Neben Multichannel-Vertrieb und Crossmedia-Marketing nennt er auch die offensichtlichen Themen Social Media und Mobile Commerce.

Couch Commerce: Shoppen beim Schauen

Die Social-TV-App wywy ist beides – mobil und sozial. Mit dieser Anwendung, die bisher nur für iOS verfügbar, für Android aber bereits angekündigt ist, wird Fernsehen zum sozialen Erlebnis. Sie erkennt das laufende Fernsehprogramm anhand des Tons und checkt den Nutzer automatisch ein. Für jedes Check-in werden Punkte gutgeschrieben, die der User gegen attraktive Prämien eintauschen kann. Darüber hinaus kann er sich mit Freunden im Chat direkt über die Sendungen austauschen.

Seit Neuestem kooperiert wywy mit Stagefisher und bietet in Echtzeit Informationen zu Produkten, die gerade auf dem TV-Bildschirm zu sehen sind. Der Anzug des Schauspielers, die Schuhe der Hauptdarstellerin oder das Kleidchen des Babys in der Serie werden im passenden Onlineshop direkt zum Kauf angeboten.

Zurzeit ist das Angebot auf Kleidung beschränkt und für gerade mal 3 TV-Formate verfügbar. Das Potenzial allerdings ist riesig, man spricht bereits jetzt von einem Milliardenmarkt. Auch für die Hersteller ist die Entwicklung hochinteressant. Product Placement gewinnt noch mehr Bedeutung und wird vom Imagebildungs-Instrument zum direkten Kaufimpuls.

Neue Payment-Optionen: Von Totgeglaubten und Paradoxen

Sich für ein Produkt zu entscheiden und es zu bestellen wird immer einfacher. Leider ist die Bezahlung noch immer kompliziert. Das hemmt häufig den erfolgreichen Abschluss des Kaufprozesses. Doch es gibt interessante neue Lösungsansätze.

Amazon hat angekündigt, im Mai 2013 mit einer eigenen Währung zu starten – den Amazon Coins. Facebook hat erst Mitte letzten Jahres die eigene Plattform-Währung „Facebook Credits“ zugunsten eines Kreditkartenmodells aufgegeben. So mag man sich fragen, warum Amazon jetztdas totgeglaubte Konzept wiederbelebt. Für den Branchenprimus ist dieser Schritt jedoch nur konsequent. Die Coins, die zum Start ausschließlich als Währung für die Kindle-Fire-Plattform dienen sollen, eignen sich hervorragend als Anreizsystem für alle auf Amazon getätigten Transaktionen. „Bestellen Sie für 100 Euro und Sie bekommen 10 Coins!” und ähnliche Angebote sind nicht nur denkbar, sondern wahrscheinlich und werden die Kundenbindung an Amazon weiter erhöhen.

Barcode: Der Code für Barzahler

Neue Wege bei der Bezahlung geht auch die Drogeriekette DM in Kooperation mit barzahlen.de. Kunden können bei angeschlossenen Onlineshops nach Belieben einkaufen. Als Zahlungsmethode bieten diese Shops optional Barzahlung an. Das System generiert ein PDF mit einem Barcode. Das legt der Kunde dann bei DM an der Kasse vor, um den Rechnungsbetrag in bar zu begleichen. Die Zahlungsbestätigung wird in Echtzeit an den Onlinehändler übermittelt, der daraufhin die Ware versendet. Online-Einkäufe in bar beim stationären Handel bezahlen – was sich zuerst paradox anhören mag, ist für den deutschen Kreditkartenmuffel eine attraktive Option, mit der barzahlen.de namhafte Investoren gewinnen konnte.

Barcoo, bekannt für seine Barcode-Scanner-App, und die mr. commerce GmbH setzen ganz auf das mobile Zahlen per Smartphone. In die Barcoo-App wird der Paymentservice Sqwallet von mr.commerce integriert. Mit diesem ist es dann möglich, an der Kasse einen QR-Code einzuscannen, den Betrag durch Eingabe einer PIN zu bestätigen und das Geld durch mr. commerce vom Konto einziehen zu lassen. Das System ist natürlich ebenso für Einkäufe in Onlineshops geeignet. Allerdings fehlen noch Partner im Handel, die es unterstützen.

Quellen: 
  • bvh-ausblick auf 2013 – Entwicklungen und Trends im Interaktiven Handel
  • etailment – wywy: TV-Hit gucken und Star-Klamotten shoppen in Echtzeit (06.02.2103)
  • etailment – Mobile Payment: Der Geldmarkt gerät in Bewegung (30. 01. 2013)
  • excitingcommerce – Amazon Coins und die Potenziale einer Plattformwährung (09.02.2013)
  • bvh – Interaktiver Handel 2012: Erneuter Umsatzrekord