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Ein Tweet, eine zerstörte Reputation und zwei Lehren

Die Geschichte in Kürze: Am Freitagnachmittag vor Weihnachten verfasst die (zu dem Zeitpunkt noch) PR-Verantwortliche des Medienkonzerns InterActiveCorp Justine Sacco den indiskutablen Tweet „Going to Africa. Hope I don't get AIDS. Just kidding. I'm White!“.

Während sie mit ausgeschaltetem Smartphone im Flieger von London nach Kapstadt sitzt, bricht in der Twittersphäre und schnell auch auf den Seiten großer Zeitungen ein Blitz-Shitstorm los. Schon am Samstag ist Frau Sacco ihren Job los und ihre Twitter- und Facebook-Konten verschwinden. Die Konzernleitung distanziert sich und versucht den Schaden zu begrenzen.

Erste Lehre (mal wieder):
Erst denken, dann posten! Jeder Mitarbeiter repräsentiert immer auch das Unternehmen. Als Verantwortliche für die Unternehmenskommunikation gilt das natürlich maximal.

Noch in der Nacht des Fluges nutzt jemand das hohe Kommunikations- und Suchvolumen zu dem Fall, sichert die Domain justinsacco.com und verbindet sie mit der Website von Aid of Africa. Die Hilfsorganistion dürfte dadurch einen erheblichen Traffic-Zuwachs und einige Solidaritäts-Spenden der entrüsteten Netzgemeinde erhalten haben.

Ebenfalls noch vor der Landung verfasst die Fluglinie Gogo einen humorvoll werblichen Tweet zum Thema und nimmt so gekonnt Reichweite mit (931 Favorisierungen und 1290 Retweets).

Zweite Lehre:
Sei schnell! Mit solchen spontanen und einfachen Aktionen lassen sich aktuelle Gesprächsthemen oder eben Shitstorms elegant für eigene Werbung nutzen.

Quellen: The New York Times, Jörgen Camrath