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Emotionsräume der Zukunft

Unsere Gefühle begleiten uns immer und überall. Sie sagen uns, was wir gut finden und was nicht. Welchen Dingen wir mit Skepsis begegnen und welche wir begrüßen. Kurz: Sie sind der Motor unserer Entscheidungen.

Die Großstudie der Gesellschaft für innovative Marktforschung hat die Gefühle der Zukunft ermittelt. Wir haben diese Emotionen auf 4 Räume verteilt. Entstanden ist ein Haus der Gefühle. Es zeigt, was die Menschen 2030 bewegt.

Ablehnung

Nach Anschlägen und Katastrophen ertönt schon fast automatisch der Ruf nach mehr Sicherheit. Technische Entwicklungen erleichtern Überwachung und Kontrolle – von der biometrischen Erfassung bis hin zur Kommunikation in sozialen Netzwerken. Aber ist das wirklich erstrebenswert?

In diesem Punkt spricht die Studie eine eindeutige Sprache: Freiheit ist für uns Menschen von großer Bedeutung. Unsere Privatsphäre ist uns heilig. Zu einem Tausch gegen mehr Sicherheit sind die wenigsten bereit. Das gilt auch für unsere Daten. Denn die völlige Transparenz bedroht unser selbstbestimmtes und freies Leben.

Sehnsucht

In virtuellen Zeiten sehnen sich Menschen nach greifbaren Produkten und realen Erlebnissen. Allerdings wird das „echte Leben“ in Zukunft kaum mehr Bedeutung haben als heute. Und das, obwohl viele der Befragten sich genau das wünschen. Überlagert von der virtuellen Revolution wird reale Nähe zum Sehnsuchts-Thema.

Bedeutung gewinnt zukünftig das Vertrauen in nahestehende Menschen, Freunde und Familie. Dieses Phänomen spiegelt auch die Shell-Jugendstudie wider. Sie belegt: Familie hat bereits seit 2002 für Jugendliche einen kontinuierlich steigenden Stellenwert. Entscheidungen fallen uns leichter, wenn Freunde und Familie uns unterstützen.

Furcht

Wir Menschen wünschen uns eine maßgeschneiderte Komfortzone, in der unsere Bedürfnisse schnell und ohne große Anstrengung befriedigt werden. Die zunehmende Durchdringung unserer Lebenswelt mit intelligenter Technik bietet die Mittel dazu. Allerdings begegnen wir dieser Zukunft sehr skeptisch.

Algorithmen bringen einerseits Entlastung. Andererseits werden sie in ihrer Komplexität immer undurchschaubarer. Dieser Verlust an Transparenz bietet den Nährboden für mögliche Manipulationen. Bürger und Experten sehen diesem unabwendbaren Trend mit Sorge entgegen. Der Wunsch, die Kontrolle über persönliche Daten zu behalten, wird stärker. Und zwar für bewusst und unbewusst weitergegebene Daten. Daten-Souveränität ist daher ein Stichwort der Zukunft.

Hoffnung

Das Internet ist eine vollumfängliche Wissens-Datenbank, die wir selbstverständlich nutzen. Wir können uns über die Auswirkungen von (Kauf-) Entscheidungen vorab informieren. Unwissenheit gilt zukünftig immer seltener als akzeptable Entschuldigung für Fehlentscheidungen.

Daraus erwächst eine steigende Verantwortung für unser Handeln. Umweltschonendes Verhalten, biologisch-organische Produkte und ein nachhaltiges Wirtschaften werden zunehmend zur allgemeinen und messbaren Norm.

Dieser Wunsch nach Verantwortung und Partizipation ist ein Hoffnungsthema. Doch wer sich seinen Werten entsprechend verhalten möchte, braucht Bewegungsfreiheit. Es wird also davon abhängen, wie leicht wir neue Kulturtechniken im Rahmen der Digitalisierung verstehen und bedienen können. Die „digitale Barrierefreiheit“ rückt in den Fokus – damit digitale Teilhabe allen offensteht.

Unternehmen in der Pflicht

An diese Gefühlsräume schließt sich eine zentrale Frage an: Was können Unternehmen tun?

Firmen, die die Bedürfnisse ihrer Konsumenten und Mitarbeiter frühzeitig berücksichtigen, haben die Chance, eine zukunftsfähige und wertebasierte Markenführung zu entwickeln. Von Bedeutung sind 3 große Handlungsfelder:

  • Transparenz schaffen

Transparenz bei Produktions- und Beschaffungs-Prozessen laden eine Marke positiv auf. So bindet man Kunden langfristig an sich. Denn wer seriös und transparent ist, schafft Vertrauen und Sicherheit. Auf dieser Basis können Kunden guten Gewissens entscheiden und Verantwortung für ihr Handeln übernehmen.

Transparenz gilt auch im Bereich der Datennutzung. Unternehmen sollten die Privatsphäre ihrer Kunden akzeptieren. Und offen darlegen, wie Daten genutzt werden. Das schafft auf Dauer noch mehr Vertrauen in die eigene Marke.

  • Nähe herstellen

Menschen sehnen sich nach greifbaren Erfahrungen und zwischenmenschlichen Beziehungen. Unternehmen können diese Sehnsucht befriedigen, indem sie nicht nur auf Technik setzen. Mit menschlichem Kontakt bauen sie eine emotionale Bindung auf. Digitale Global Player wie Amazon scheinen dieses Bedürfnis zu erkennen. Sie starten schon jetzt werbe- und medienwirksam in die großen Innenstädte.

Das Bedürfnis nach Nähe kann aber auch über eine dezentrale, lokale Produktion hergestellt werden. Mit Produkten und Dienstleistungen aus der Region für die Region. In Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung machen diejenigen Unternehmen den Unterschied, die unbefriedigte Sehnsüchte kennen und ihre Strategie darauf ausrichten.

  • Akzeptanz vermitteln

Angesichts großer Veränderungen ist es entscheidend, Akzeptanz zu schaffen und Partizipation zu ermöglichen. Am besten einfach und transparent. Eine erfolgreiche Implementierung neuester Technik hängt von ihrer intuitiven Bedienbarkeit und einem barrierefreien Zugang ab.

Einfach sollte auch der Weg für Kunden gestaltet werden, die den Kontakt zum Unternehmen suchen. Intern bedarf die Einführung neuer Abläufe eines kontinuierlichen Dialogs mit den Mitarbeitern. Denn Akzeptanz für Neuerungen entsteht nur, wenn Menschen in ihren Stärken und Schwächen ernst genommen werden.

Die Welt im Wandel

Menschen stehen diesen spür- und absehbaren Veränderungen mit Skepsis, Hoffnung, Ablehnung oder Angst gegenüber. Für Unternehmen bedeutet der Umgang mit diesen Gefühlen eine große Herausforderung. Er ist aber auch die Chance, sich mit der richtigen Strategie langfristig erfolgreich zu positionieren.


Quelle:

Gesellschaft für innovative Marktforschung