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Fachkräftemangel als Medienhype?

Jede konjunkturelle Phase hat ihre thematischen Begleiterscheinungen. So ist es nichts Neues, dass uns in Zeiten guter Konjunkturprognosen das Thema Fachkräftemangel und Personalmarketing in den Medien und auf Fachkongressen begegnet. Bleibt also die Frage zu klären, ob es den nächsten konjunkturellen Abschwung überdauert oder auf der Prioritätenskala wieder weit nach hinten fällt.

Fünf Entwicklungen, die die Bedeutung des Personalmarketings beeinflussen

1. Transparenz

Unternehmen finden wertvolle Informationen über ihre Bewerber immer häufiger im Netz. Auch Bewerber recherchieren regelmäßig online nach neuen Arbeitgebern. Dazu besuchen sie aber nicht nur die offizielle Webseite des jeweiligen Unternehmens, sondern immer öfter auch soziale Netzwerke oder Arbeitgeberportale wie www.kununu.de . Diese neue Transparenz hat Folgen: Arbeitgeber müssen künftig auch intern wesentlich präziser, umfassender und schneller kommunizieren. Denn eine transparente Informationspolitik fördert die Motivation der Mitarbeiter und beugt eventuellen Gerüchten vor.

2. Arbeitgeber-Wettbewerb

Je stärker die Marktanforderungen an ein Unternehmen steigen, desto komplexer werden auch seine Ansprüche  an potenzielle Bewerber. In einem Hochtechnologiestandort wie Deutschland sind die Erwartungen an qualifizierte Mitarbeiter sehr hoch. Und Bewerber, die diese erfüllen, heiß begehrt. Denn nur mit bestens ausgebildeten Fachkräften kann ein Unternehmen zum Technologie- oder Qualitätsführer avancieren. Der Wettbewerb der Arbeitgeber um hervorragende Mitarbeiter verschärft sich. Gute Fachkräfte werden regelmäßig von Headhuntern angerufen und können unter mehreren Joboptionen frei wählen.

3. Work-Life-Balance

Flexibilität ist heutzutage eine der wichtigsten Anforderungen an Arbeitgeber. Männliche Arbeitnehmer wünschen immer häufiger eine Erziehungspause. Die Anzahl der Teilzeitverträge steigt genau so rasant wie die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Auch der Anteil stressbedingter Krankheitsausfälle hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Das führt zu einem Umdenken zugunsten einer ausgewogenen Work-Life-Balance. Und die sieht für jeden Arbeitnehmer anders aus. Künftige Tarifverhandlungen stehen daher vor der Herausforderung, die Flexibilität der Arbeitgeber so zu wahren, dass diese auch künftig für die Arbeitnehmer attraktiv bleiben.

4. Mitarbeiter als Alleinstellungsmerkmal

Das Wertvollste in unserem Unternehmen sind unsere Mitarbeiter.“ Diesen Satz haben schon viele Firmenlenker so oder so ähnlich von sich gegeben. Nicht etwa, weil ihnen nichts Besseres einfällt, sondern weil es schlichtweg wahr ist. In einer Dienstleistungsgesellschaft steht und fällt der Erfolg eines Unternehmens mit dem Engagement und Know-how seiner Mitarbeiter. Das gilt übrigens auch für Handel und produzierendes Gewerbe.

5. Halbwertszeit des Wissens

Die Halbwertszeit unseres Wissens nimmt immer mehr ab. Gerade auch durch die sozialen Netzwerke wird innerhalb kürzester Zeit enormes Know-how verbreitet. In den nächsten 20 Jahren wird sich das Wissen, das die Menschheit von Christi Geburt bis heute erworben hat, verdoppeln. So lautet die Prognose führender nationaler Meinungsforschungsinstitute.

Wer da mithalten will, braucht ein intelligentes Wissensmanagement innerhalb seines Unternehmens. Und Mitarbeiter, die sich in einem permanenten Fortbildungsprozess befinden. Fachkräfte müssen längerfristig an das Unternehmen gebunden werden. Denn künftig stecken in jedem Arbeitnehmer viele tausend Euro Weiterbildungskapital.

Fazit

Angesichts dieser Entwicklungen werden Fachkräftemangel und Personalmarketing bei Unternehmen auch während des nächsten konjunkturellen Abschwungs höchste Priorität genießen. Die Medien dagegen werden sich früher oder später sicher aktuelleren Krisennachrichten widmen.