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Glück am Arbeitsplatz

Warum Zufriedenheit im Job so wichtig ist

Glückliche Angestellte sorgen für gute Laune

Am Wochenende heirate ich. Und ich freue mich wie Bolle darauf. Seit Monaten hole ich bei jeder Gelegenheit ungefragt Fotos von meinem Kleid hervor. Diskutiere mit jedermann die Vor- und Nachteile einer Hochsteckfrisur. Und tänzele den Weg zur Kaffeemaschine im tollpatschigen Walzer-Wiegeschritt. All das mit einem breiten Grinsekatze-Lächeln von Ohr zu Ohr. Kurz: Ich bin glücklich.

Gut für meinen Chef – denn natürlich wirkt sich mein privates Glück positiv auf meine Laune bei der Arbeit aus. Damit gehöre ich derzeit zu den knapp 40 % der europäischen Arbeitnehmer, die das von sich behaupten können. Nur 13,6 % empfinden die Auswirkungen ihres Privatlebens auf das Berufsleben überwiegend negativ.

Diese Zahlen sind Ergebnisse der „Glücksstudie“ des Stellenportals StepStone. 13.582 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren aus 7 europäischen Ländern haben an der Umfrage teilgenommen.

Soweit keine große Überraschung, wie ich finde: Gute, „glückliche“ Laune ist ansteckend. Man bewahrt sie sich gern so lange wie möglich. Bei schlechter Laune, Stress oder gar Streit in den heimischen vier Wänden hingegen wird die Arbeit zur willkommenen Ablenkung vom privaten Unglück. Mein persönlicher Respekt gilt den fast 50 % der Befragten, die Emotionen komplett zu Hause lassen können und keinerlei Auswirkungen ihres Privatlebens auf den Beruf wahrnehmen.

Arbeit gut, alles gut?

Wirklich interessant werden diese Zahlen erst dann, wenn man sich die Wechselwirkung auch in die andere Richtung anschaut: Nur rund 15 % der Befragten nehmen keinerlei Auswirkung des Berufslebens auf das Privatleben wahr. Auf den Punkt gebracht: Was das „Glücklichsein“ anbelangt, hat die Arbeit einen dreimal größeren Einfluss auf das Privatleben als das Privatleben auf die Arbeit.

Das wäre soweit kein Problem – wäre da nicht Erkenntnis Nummer 2: Europäische Arbeitnehmer sind im Job recht unglücklich. Die „Glücksstudie“ beziffert die Zufriedenheit im Job im Durschnitt mit nur 5,5 von 10 Punkten. So empfindet eine Mehrheit von nahezu 60 % der Befragten die Auswirkungen des Berufslebens auf das Privatleben als überwiegend negativ. Nur 27 % nehmen aus der Arbeit positive Effekte auf ihren privaten Alltag mit.

Vom beruflichen „Flow“ zum privaten Glück

Wie aber wird man glücklich im Job? In seinem Buch „Flow im Beruf“ begibt sich der Glückspsychologe Mihaly Csikszentmihalyi auf die Suche nach dem titelgebenden „Flow“: ein Glücksgefühl, das Menschen erreichen, wenn sie gänzlich in einer Beschäftigung aufgehen. Laut Csikszentmihalyi erreichen wir diesen Zustand nahezu euphorischer Stimmung meistens nicht beim Nichtstun oder im Urlaub, sondern wenn wir uns intensiv der Arbeit oder einer schwierigen Aufgabe widmen. Soll heißen: Was wirklich glücklich macht, ist, die eigene Arbeit richtig gut zu tun.

Arbeitgeber sollten daher sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter ihre Arbeit „richtig gut“ ausüben können. Wie das geht? Dafür liefert StepStone die wichtigsten Erkenntnisse aus der Studie in Form von zehn To-Dos. Ein Blick auf die gesamte Liste lohnt sich. Die meiner Meinung nach wesentlichen Punkte sind die folgenden:

  1. Respekt und Anerkennung sind die Schlüssel zum Erfolg. Erfolgreiche Unternehmen erkennen die Leistung der einzelnen Mitarbeiter an. Sie geben ihnen das Gefühl, dass sie stolz auf das Geleistete und auf ihren Beitrag sein dürfen. Unternehmen können diese Rückmeldung in Form von Belohnungssystemen einrichten. Wichtig aber ist vor allem die informelle Anerkennung durch den direkten Vorgesetzten.
  2. Kommunikation verbindet Menschen. Wenn Menschen sicher sind, dass man ihnen zuhört, haben sie eher den Mut, das auszusprechen, was ihnen am Herzen liegt. Der Trend zur Kommunikation über digitale Geräte nimmt zu. Deshalb sollte ein Arbeitgeber dafür sorgen, dass die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht nicht verloren geht. Sie bleibt ein wichtiges Instrument, um die Beziehungen unter den Kollegen zu stärken und ein Gemeinschaftsgefühl zu vermitteln.
  3. Messen und lernen. Glück am Arbeitsplatz lässt sich messen. Regelmäßige Befragungen über die Zufriedenheit der Mitarbeiter zeigen Defizite auf und lassen positive sowie negative Entwicklungen erkennen. Bei ausscheidenden Kollegen sollte analysiert werden, warum sie das Unternehmen verlassen.
Glückliche Arbeitnehmer sind gute Arbeitnehmer

StepStone bat im Rahmen seiner Studie 1.276 Unternehmen, die Vorteile zu nennen, die sich aus der Arbeit mit glücklichen Arbeitnehmern ergeben. Die 5 am häufigsten genannten waren:

  • mehr Engagement
  • geringerer Personalumschlag
  • weniger Fehlzeiten
  • leichtere Gewinnung von neuen Mitarbeitern
  • eine stärkere Arbeitgebermarke.

Soll heißen: Ein wenig Zeit in das Glück der eigenen Mitarbeiter zu investieren, zahlt sich nicht nur für deren privates Glück aus – sondern erst recht für die Wirtschaftlichkeit und Attraktivität Ihres Unternehmens.

Viel Glück dabei!

Quellen
  • „Flow im Beruf – Das Geheimnis des Glücks am Arbeitsplatz“; Mihaly Csikszentmihalyi; ISBN: 978-3-608-94795-3
  • „Glückliche Mitarbeiter – erfolgreiche Unternehmen?“ StepStone-Studie über Glück am Arbeitsplatz 2012/2013