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Mixed Reality: SciFi-Marketing wird Wirklichkeit

Die Gamer-Welt hat die HoloLens von Microsoft bereits enthusiastisch begrüßt. Über einen transparenten Bildschirm sieht ihr Träger Hologramme, die in seine reale Welt eingeblendet werden. Der Name der Technik, Mixed Reality – gemischte Realität, ist also wörtlich zu verstehen. Gesteuert wird per Gesten und Sprachbefehl. Ein Computer oder Smartphone sind nicht nötig. Damit ist die HoloLens wie gemacht für den Spielemarkt. Doch auch das Marketing wird sie ordentlich aufmischen. Denn sie bietet Unternehmen großes Potenzial in gleich drei entscheidenden Bereichen: Effizienz, Kostensenkung und Kundenzufriedenheit.

Vision Picking – intelligente Logistik

Mixed Reality wird die Arbeit in Lagern nicht nur revolutionieren – sie tut es bereits. DHL stattet seit kurzem konzernweit seine Logistiker mit smarten Brillen aus. Beim Vision Picking erscheinen in den Displays der Brillen Hinweise, wo sich der gesuchte Artikel befindet und in welcher Menge er benötigt wird. Nach eigenen Angaben steigerte DHL damit die Effizienz um bis zu 15 Prozent. Gleichzeitig sank die Fehlerquote und der zeitliche Aufwand für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter konnte halbiert werden.

Virtuelle Umkleidekabine

Rücksendungen sind seit Jahren ein wachsendes Problem im E-Commerce. Mixed Reality hat das Potenzial, das zu ändern. Im Inneneinrichtungs-Bereich gehören damit böse Überraschungen wie falsche Maßangaben und geschmackliche Fehlkäufe der Vergangenheit an. Möbel und Deko-Gegenstände können vor dem Kauf virtuell im Raum platziert werden. Das gleiche gilt für Kleidung. Ob Farbe, Schnitt und Größe passen, könnten Verbraucher künftig vor dem Klick zu Hause ausprobieren.

Dieses Prinzip funktioniert natürlich auch im stationären Einzelhandel: Vor dem Gang in die Umkleide können Kleidungsstücke virtuell vor dem Spiegel getestet werden. Angaben zu vorrätigen Kleidungsgrößen, Farbausführungen sowie ergänzende Produktvorschläge komplettieren das Mixed-Commerce-Angebot.

Reales Einkaufen meets virtuelles Shopping

Saturn hat die Kombination aus Mixed Reality und realem Einkaufen bereits gewagt. Im weltweit größten Elektrofachmarkt auf der Hamburger Mönckebergstraße durften Kunden die HoloLens testen. Beim Streifzug durch die speziell dafür eingerichtete Verkaufsfläche wurden über das Display Informationen zu Produkten und passendes Zubehör eingeblendet. Somit erledigt sich der Einkauf nicht nur effizienter und informativer, auch Cross-Selling wird gefördert.

Fernwartung via HoloLens

Schwer verständliche Inhalte können mit Unterstützung der HoloLens viel leichter dargestellt werden. Das bietet großes Potenzial für After-Sales-Services. Statt sich mit seitenlangen Bedienungs- und Aufbau-Anleitungen zu plagen könnte man künftig einer intuitiven Mixed-Reality-Einweisung folgen. Für einige Reparaturen müsste kein Techniker oder Handwerker mehr ins Haus kommen. Stattdessen folgen Kunden den Anweisungen eines Servicemitarbeiters am Telefon, während die einzelnen Schritte auf dem Display der HoloLens visualisiert werden. Thyssenkrupp setzt dieses Prinzip der Fernwartung via HoloLens bereits um. Vor und während der Fahrstuhl-Wartung hat der Servicetechniker jederzeit Zugriff auf wichtige Daten, Checklisten und Pläne. Bei Bedarf kann er Dinge in seinem Blickfeld via Video-Anruf an Kollegen übermitteln und Expertenrat hinzuziehen. Ein weiterer Pluspunkt: Die Hände bleiben jederzeit frei.

Ortsunabhängig arbeiten und interagieren

Die Möglichkeit, externe Experten oder Kunden via HoloLens einzubinden, schafft völlig neue Optionen für die Zusammenarbeit. Der Gegenpart sieht bei vorhandener Internetverbindung auf seinem Bildschirm genau das, was der Träger der HoloLens sieht. Bei Bedarf kann er Anweisungen und Hinweise ins Blickfeld zeichnen.  Der Autohersteller Ford setzt die Brille bereits seit einiger Zeit bei der Gestaltung neuer Modelle genau für diese Zwecke ein. So können Designer und Ingenieure ortsunabhängig effizienter und kreativer zusammenarbeiten. Auch bei der Präsentation von Prototypen, Referenzprojekten oder Produktionsanlagen dürfte Mixed Reality in Zukunft eine immer wichtigere Rolle einnehmen.

Quelle: Stefan Huck auf www.alive-film.com: „Wie Mixed Reality den Vertrieb revolutioniert“