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No Logo!

Zeitungen & Magazine

Beim Redesign von Zeitungen und Magazinen werden Seitenlayouts und Satzspiegel derzeit gern mit intelligent genutzten Rastern realisiert. Die Zeit dadaistisch anmutender Experimente scheint vorüber zugunsten guter Lesbarkeit. Seitenraster werden wieder so gefüllt, wie es sinnvoll und nicht wie es (un-)möglich ist – auch hier gilt offenbar „Content ist King“. Seitenlayouts stehen aber nie allein, sie werden erst durch Typographie, Farben, Formen und Bilder lebendig und einzigartig. Welche Gestaltungselemente noch für das „Design 2014“ sorgen, lesen Sie hier:

Typografie

Die Zeiten für Typografieenthusiasten sind gut: Neben den Klassikern werden immer häufiger neue Schriften eingesetzt. Designer und Unternehmen entdecken die Kraft und Vielfalt der Typografie: Eine sorgsam gewählte Schrift ist integraler Bestandteil eines individuellen Corporate Designs. Etliche Schriften wurden um Schnitte mit Serifen erweitert – ideal für den Einsatz in komplexeren Corporate Designs und Kommunikationsaufgaben. Gemeinsam ist ihnen die mikrotypografische Geometrie: enge Kurvenradien und geringe Strichstärkenkontraste innerhalb eines Buchstabens. Extreme Kontraste sind hingegen zwischen Buchstabe und Textbühne gewünscht. Dazu werden überproportional große Headlines in fetten bzw. sehr feinen Schnitten gesetzt.

Handschrift und Script

Neben gut gestalteten und ausgebauten Textschriften erlebt auch die Kalligrafie eine Renaissance – jenseits romantisierenden Hochzeitskarten-Kitsches. Trotz Schnörkel und sorgfältigster Ausarbeitung erhebt sie keinen Anspruch auf Ewigkeit und Noblesse und ist mit „Tafelkreide-Kalligrafie“ zutreffend charakterisiert.

No Logo: fluides Corporate Design

Corporate Design, das ohne ein singuläres monolithisches Logo auskommt, wird uns in 2014 häufiger begegnen. Lesen Sie dazu den eigenen Fachartikel: Fluides Corporate Design

Online: Single Sites

Seit der Internetfrühzeit gibt es Mikrosites, meist temporäre Kampagnenbegleiter, mit einem stark fokussierten Thema. Seit einigen Jahren haben sich Single Service Sites etabliert, die mit einer einzigen Funktion oder Dienstleistung aufwarten, etwa Dateiformate konvertieren oder QR-Codes generieren. Gleichzeitig wurden Unternehmens-Websites immer umfassender und unübersichtlicher. Sie sollen Imagebroschüre, Produktkatalog, Vertriebsinstrument, Newsblog, Archiv und Karriereplattform in einem sein und auch mit riesigem Informationsvolumen einfach navigierbar, schlank und flexibel bleiben. Der gegenläufige Trend sind Single Sites: extrem fokussierte Websites, die im Idealfall aus nur einer einzigen HTML-Seite bestehen und ein einzelnes Informationsbedürfnis punktgenau lösen. Weil alles auf einer Seite stattfindet, gleitet man zwischen den einzelnen Informations- und Funktionseinheiten hin und her.

UX: User Experience

Scrollen statt klicken: Mit HTML5 und CSS3 lassen sich Elemente animieren, verschieben, sanft ein- und ausblenden. Anstatt sich durch ständig neu ladende Seiten zu klicken, gleitet man einfach zum nächsten Abschnitt. Nebenbei kann mit eingewobenen, animierten Illustrationen und Infografiken eine Selling-Story erzählt werden. Denn das Ziel ist eine besondere, bestenfalls markengebundene Erfahrung: eine User Experience, kurz UX. Eine solche Single Site (via Content-Choreographie) setzt neben geeigneten Inhalten flache Informationsstrukturen voraus. Über allem schwebt die Forderung nach einfachster Bedienbarkeit „Ease of Use“, die erst dann zur „Joy of Use“ wird.

Flat User Interface

Adé Schattenwurf, goodbye 3D – seit der Einführung von Windows 8 und iOS7 haben Millionen sie vor Augen: Flat User Interfaces, auf deutsch flache Benutzeroberflächen. Dabei bezieht sich das flach nicht auf die inhaltliche Tiefe und Funktionalität, sondern allein auf die Gestaltung der Bedienelemente. Buttons, Checkboxen, Eingabefeldern und Softwarehintergründe waren visuell bisher häufig der physischen Welt entlehnt – mit gewölbter Oberfläche und Schriftgravur, gebürsteter Metall- oder linierter Papieroptik. Flat-UI-Elemente dagegen entsprechen der flachen Smartphone- bzw. Tablet-Kontaktfläche: zweidimensional, verzichten sie fast vollständig auf räumliche Illusion, physische Metaphern und imitierte Materialoberflächen. Piktogramme, Icons und Symbole sind im Flat-UI einfarbig. Zarte Linien und blockartige Flächen trennen die Elemente. Schriften werden gern in dünnen Schnitten gesetzt. Nach grafischer Opulenz und Übersättigung mit visuellen Metaphern folgt die Rückbesinnung auf Übersichtlichkeit, Einfachheit und Reduktion auf das Wesentliche.

Fotografie

Ein motiv-ästhetischer und zwei technische Trends sind auszumachen. In der People-Fotografie wird auch in konservativen Branchen noch mehr auf lockere Realitätsnähe gesetzt. Aus 3-Tage-Bärten werden 3-Wochen-Bärte. Aber auch die beiden technischen Trends haben massiv Auswirkung auf die Bildästhetik: Farbverfälschungen wie auf gealterten Polaroids haben durch Farbfilter in Tools wie Instagram & Co. zu einem Revival gefunden. Sie sorgen für einen authentischen, beiläufigen und weniger offiziellen Eindruck.

Drittens gewinnt der kontrastbetonende Hochpassfilter an Beliebtheit, weil er auch flau fotografierten Motiven einen starken Auftritt verleiht.

Ornamentik

Der Trend zur Heraldik setzt sich auch im Layout mit illustrativen Schmuckelementen fort. Geradlinige Muster, geometrische Formen und sich wiederholende Elemente finden wieder Eingang in redaktionelle, fachliche, aber auch werbliche Layouts. Dabei gibt es sogar Entlehnungen aus dem Viktorianischen oder Jugendstil, dies jedoch ganz deutlich im Duktus des 21. Jahrhunderts: mit gleicher Linienstärke, Linien statt Flächen, monochromen Flächen und 2D-Farbverläufen.

Farben und Farbverläufe

Pantone, Weltmarktführer in Farbkommunikation, kürt jährlich eine „Color of the Year“. 2014 ist es „Radiant Orchid“, ein klares Violett. Außerdem werden wir vermehrt auf sanfte Verläufe zwischen Tönen treffen, die im Farbkreis nah beieinander liegen und dabei keinesfalls den Eindruck von Räumlichkeit hervorrufen. Zuweilen werden auch ganze Textblöcke, etwa Marginalien oder Zwischenüberschriften, mit einem dezenten Farbverlauf versehen.