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Tablet-PC revolutioniert e-Anzeigen

Speziell aufbereitete digitale Ausgaben gehören für große Zeitungs- und Magazinverlage längst zum guten Ton. Während die meisten e-Paper jedoch nur starre PDF-Wiedergaben des gedruckten Hefts oder einzelner Artikels bieten, kündigt sich bei e-Mags der neuen Generation ein Umdenken an: Die Seitenfolge wechselt zuweilen zwischen horizontal und vertikal, kurze Videos und animierte Infografiken veranschaulichen erklärungsbedürftige Sachverhalte und Audiodaten lassen Sprecher und Musiker zu Wort und Ton kommen.

Vorhang auf für mutige Magazine

Vor allem Magazine, die für Innovation, kulturelle und technologische Führerschaft stehen und  redaktionell sowie gestalterisch immer wieder Neues wagen, stürzen sich mit Begeisterung auf die Tablets und loten deren Möglichkeiten aus. Einer der Vorreiter ist das Technologie-Magazin WIRED. Die monatlichen iPad-Ausgaben des US-amerikanischen Blatts begeisterten von Anfang an mit spektakulären Extras.

Drehen, schütteln und streicheln

Neben den vielfältig multimedial aufbereiteten redaktionellen Inhalten finden sich in der iPad-Edition des Magazin auch zunehmend reaktive und interaktive Anzeigen. Die häufigste Anpassung von Anzeigen für Tablet-Magazine besteht derzeit in der Regel nur aus je einer Fassung für das Quer- und Hochformat. Diese gehen beim Kippen des Tablets scheinbar sanft ineinander über. In der aktuellen Ausgabe des WIRED-Magazins nutzen Unternehmen das kreative Potential des Tablets jedoch weit mehr aus: Viele Anzeigen reagieren zum Beispiel auf Drehen, Schütteln oder Streicheln.

So lädt der Automobilhersteller Lexus die User dazu ein, auf den Straßen einer Großstadt nach umweltfreundlichen Hybrid-Modellen zu suchen. Als Such-Werkzeug dient der eigene Finger, der sich bei Berühren des Displays in eine Lupe verwandelt. Beim Internet-Provider Qwest muss der User die Textanzeige – beziehungsweise das iPad – so lange  schütteln, bis fast alle Buchstaben herausgepurzelt sind. Die fünf übrig gebliebenen Zeichen ergeben das Passwort zum nächsten Level. Nikon lässt die Leser das Kamera-Modell D7000 wie auf einer integrierten Microsite mit interaktiv steuerbaren 3D-Ansichten und Videos entdecken. Und auch die Anzeige der amerikanischen Biermarke New Belgium überrascht: Beim Drehen entsteht aus einer liebevoll gestalteten historischen Guckkastenbühne eine ebenso sorgfältig designte Bierflasche (siehe Abbildung).

Werbung mit Entertainment-Effekt

Die interaktiven Anzeigen bieten eine große Chance: Sie sind in der Lage, über Neugiermotivation, Spieltrieb und Mehrwert das Involvement der Leser deutlich zu erhöhen. Werbung wird zu guter Unterhaltung mit hohem Nutzwert. Mittel- bis Langfristig werden die technischen und inhaltlichen Möglichkeiten der Tablets durch Entstehung eigener, möglichweise unbeabsichtigter, Nutzungspraktiken unser Denken restrukturieren. Wir sind gespannt.

Das gedruckte WIRED-Magazin ist als US-Import im gut sortierten Bahnhofsbuchhandel für ca. 14 € erhältlich – bei iTunes gibt’s die iPad-Ausgabe seit einem Jahr für nur 2,99 €.?

Quellen:
  • iPad-Anzeigen gesichtet in WIRED-Magazinen
  • Bitkom: www.bitkom.org/de/presse/8477_67058.aspx
  • Statista
  • "Denkzeuge“, Vortrag von Prof. H. Allert, e-Learning-Tag der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 26.05.2011