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Web-TV – glotzt du noch oder surfst du schon?

Wir tun es im Zug. Auf der Arbeit. Im Wartezimmer. Und vorm Schlafengehen. Internet-Fernsehen oder kurz Web-TV ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern bereits mitten unter uns. Trotzdem fühlt sich das Thema Web-TV für die meisten noch ziemlich schwammig an. Das liegt vor allem daran, dass kaum jemand genau weiß, welche Formate es eigentlich gibt. Wir bringen Licht ins Dunkel.

Für alle Formen des Web-TV gilt: Sie sind browserbasiert abrufbar und übertragen Bewegtbild, also Fernsehprogramme und Filme, über das Internet. Die Übertragungsqualität des sogenannten Streams hängt von der Bandbreite und dem Endgerät ab, die dem Nutzer zur Verfügung stehen. Neben dem normalen Fernseher nutzen wir für Web-TV-Formate vor allem Notebook, PC, Tablet und Smartphone.

1.418 verschiedene Web-TV-Sender kämpfen allein in Deutschland um die Gunst der Zuschauer – Tendenz steigend. Immer mehr kristallisieren sich dabei verschiedene Kriterien heraus, nach denen man die Web-TV-Angebote unterteilen kann. Die sechs aus unserer Sicht wichtigsten Kategorien des Internet-Fernsehens hier auf einen Blick:

Online Only Web-TV-Sender bieten Video-Inhalte, die meist thematisch fokussiert sind. Diese Videos sind ausschließlich online abrufbar. Beispiele sind Serien, die man auf der jeweiligen Website verfolgen kann. Zu den bekanntesten Online Only-Sendern gehören Ehrensenf und tape.tv.

Corporate TV bietet über eine Website unternehmensbezogene Videos an. Die angebotenen Inhalte informieren direkt oder indirekt über das jeweilige Unternehmen und seine Interessen. Das soll vor allem das Image eines Unternehmens stärken. Deshalb wird das Format gerne als PR-Tool eingesetzt. Beispiele für Corporate TV sind Red Bull TV und BMW TV.

Submarken klassischer Medien umfassen einen großen Bereich des Internet-Fernsehens. Die jeweilige Marke des Web-TV-Senders ist durch TV-Produktionen, Radio- oder Printprodukte bereits bekannt. Im TV-Bereich werden Inhalte entweder eins zu eins für den Online-Kanal übernommen oder zusätzliche Informationen produziert, die nur online abrufbar sind. Ein gutes Beispiel dafür ist n-tv. Im Bereich der Radio- und Printprodukte sind die Video-Inhalte im Netz ein zusätzliches Angebot für den Nutzer. Die Inhalte stammen in der Regel aus der Redaktion. Beispielhaft stehen dafür SZ TV und Spiegel TV Digital.

Kommunikationsportale haben ein großes Informationsangebot ohne direkten Medienbezug. Dazu gehören Internet-Service-Provider wie T-Online und Mail-Provider wie GMX und WEB.de. Sie zeigen zahlreiche Videos, um Nutzern zusätzlichen Content zu bieten. Die Video-Inhalte werden meist von externen Anbietern angeliefert.

Mediatheken/Videocenter bieten Video-Inhalte sendungs- oder senderübergreifend an. Diese werden in der Regel professionell hergestellt. Meistens besteht eine gesellschaftsrechtliche Beziehung zwischen Produzenten und Portal. So gehören beispielsweise beide Unternehmen einer Gruppe an. Bekannte Beispiele aus der Praxis sind RTL Now oder die ZDF mediathek.

Video-Sharing-Plattformen  richten sich an eine breite Zielgruppe. Die Nutzer treten als Produzenten und Konsumenten gleichermaßen auf. Sowohl professionelle Produzenten als auch Privatnutzer können auf solchen Plattformen Content hochladen. Die Anbieter der Plattformen selektieren entweder gar nicht oder nur durch eine vorgeschriebene Registrierung bzw. Nutzungsgebühr. Bekannte Beispiele für Video-Sharing-Plattformen sind YouTube und Clipfish.

Kostenlose Verfügbarkeit

Nahezu alle der Web-TV-Sender sind kostenlos einsehbar. Die meisten Angebote verfügen über eigenproduzierte Inhalte. Fast die Hälfte der Web-TV-Angebote stammt von klassischen Medien ab – nur drei Prozent sind öffentlich-rechtlich.

Nutzung nach 18 Uhr

39 Prozent der Nutzung von Internetfernsehen erfolgt erst nach 18 Uhr. Die meisten Zuschauer nutzen Web-TV-Sender zwischen 18 und 21 Uhr. Der Tagesverlauf der Nutzung ist mit dem des Fernsehens vergleichbar.

Trends für 2013

Der Markt befindet sich momentan in einer Durchbruchphase. Bereits im Jahr 2011 betrug der Brutto-Werbeumsatz mit Online-Video-Werbung 185 Millionen Euro. Diese Zahl wird aller Voraussicht nach weiter steigen. Ein wichtiger Trend für 2013 wird das Abrufen von Video-Inhalten über mobile Endgeräte sein. So werden diese rund ein Viertel aller Abrufe ausmachen. Des Weiteren werden Inhalte künftig stärker über Social-Media-Seiten gebündelt. So wird der User verstärkt auf Videos aufmerksam. Die für Online-Verhältnisse lange Sehdauer von neun Minuten wird sich im nächsten Jahr voraussichtlich auf 19 Minuten erhöhen. Aber wie beim herkömmlichen Fernsehen gilt auch hier: Nur qualitativ gut gemachte Inhalte mit relevantem Content setzen sich durch. Der Rest verschwindet ungesehen im Riesen-Angebot des Word Wide Web.

Quellen:
  • www.webtvmonitor.de
  • www.iptv-anbieter.info/webtv.html
  • www.3w-tv.com/html/definition_internet-tv___web-t.html

 Autorin: Linda Diercks