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Website-Trend zum bildschirmfüllenden Foto

Hochwertige Fotos oder Videos, die das gesamte Browserfenster ausfüllen, sind trendy. Denn was früher wegen der geringen Internet-Bandbreite viel Geduld forderte, funktioniert heute innerhalb von Sekunden. Anfangs schmückten die fensterfüllenden Bilder hauptsächlich die Image-Websites angesagter Marken. Heute setzen auch immer mehr Unternehmens-Sites auf den wirkungsvollen Eindruck eines starken, vollflächigen Motivs.

Ein Grund dafür: Die Tablet-PCs ermöglichen auch den klassischen Magazinen endlich eine angemessene Darstellung in der digitalen Welt. Das druckorientierte Editorial-Design und das software-geprägte Interface-Design nähern sich weiter an und entdecken journalistische Tugenden bzw. neue technische Möglichkeiten. Denn im Print- und Videobereich bereiten Bildstrecken und starke Einzelmotive schon lange die Bühne für geschriebenen oder gesprochenen Text.

Jetzt sieht es so aus, als würden sich Internetseiten inhaltlich und gestalterisch weiter emanzipieren und die Patina einer bebilderten Software abschütteln. Aus Buttons und Links werden integrierte Elemente einer durchkonzipierten Benutzerschnittstelle.

Was bei gedruckten Publikationen seit Jahren als Magalog (redaktionell betreuter Magazin-Katalog) funktioniert, setzt sich auch online fort. Aus datenbankgespeisten Produktübersichten in Zeilen und Spalten werden hochwertig anmutende Produktwelten, die mehr bieten als Zahlen, Daten und Fakten. Natürlich gehört dazu auch die Definition und durchgehende Anwendung einer Bildsprache, welche die Corporate Identity und das Image der Marke unterstützt. Diese Arbeit sollte allerdings nicht von dem Bereich Bürokommunikation, sondern von einer – ggf. auch nur temporären – visuell geschulten Bildredaktion geleistet werden.

Aus dem multimedialen Blickwinkel ist der Schritt vom Foto zum Video klein. Die Grenzen zwischen den beiden Bildgattungen verschwimmen. Schon hat sich ein neuer Stil namens "Living Still" etabliert. Dabei wird ein bewegtes Motiv so videografiert, dass es einerseits als eigenständiges, aussagekräftiges Bild bestehen und andererseits auch Text neben oder auf sich zulassen kann. Gut produzierte Living Stills laufen in einer Endlosschleife und lassen sich wie ein Foto einsetzen.

Die großen Stockfoto-Anbieter haben sich bereits auf diesen Bewegtbild-Trend eingestellt und bieten auch Stockfootage (Film-Meterware) an. Doch schon klopft das nächste große Thema an der Tür: 3D-Foto und -Video für Websites. Es bleibt abzuwarten, wie die technische Entwicklung dem Design sowie der Produkt- und Markenkommunikation in die Hände spielt.

Quellen:
  • PAGE Extra 11.11 – Bildquellen und Trends für Designprofis;
  • Eigene Beobachtungen von iPad-Magazinen, Magalogs, Websites