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Twitter-Trends 2012: Zwitschern für den Erfolg

Die Welt twittert. Nur die Deutschen sind bislang noch nicht auf den Appetit gekommen. Dabei entwickeln sich die 140-Zeichen-Botschaften immer mehr zu einem mächtigen Marketinginstrument. Ein Blick auf die Twitter-Trends 2012.

Die Anfang Januar 2012 veröffentlichte Studie „Soziale Netzwerke“ des BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) lässt keine Zweifel aufkommen: Facebook führt die bundesweite Rangliste der sozialen Netzwerke an – sowohl in der Verbreitung als auch in der Nutzung. Demnach verfügen 51 % der Befragten über ein Facebook-Konto. 47 % nutzen dieses auch aktiv. Mit deutlichem Abstand folgen Stayfriends, wer-kennt-wen, StudiVZ und Xing. Weiter abgeschlagen, aber interessanterweise gleichauf: das vergleichsweise „junge“ Netzwerk Google+ und der bereits 2006 gegründete Microblogging-Dienst Twitter.

Wird 2012 ein Twitter-Jahr?

Aktuell registrieren sich weltweit pro Sekunde ca. 13 Menschen bei Twitter – pro Tag werden derzeit rund 869.900 Registrierungen gezählt. Prognosen gehen davon aus, dass Twitter in der zweiten Februar-Hälfte die magische Grenze von 500 Millionen registrierten Accounts erreicht haben wird.

Seit dem Launch des Apple iOS 5, das seit Oktober 2011 die neue Generation der iPads und iPhones antreibt, haben sich laut Aussage von Twitter-CEO Dick Costolo die Anmeldezahlen verdreifacht. Im Oktober 2011 verbuchte Twitter 100 Millionen aktive Nutzer, von denen sich 50% täglich anmelden, um den Dienst zu nutzen – Anfang 2011 waren es erst 30%. Grund sei unter anderem eine noch reibungslosere Integration der Twitter-Funktionalitäten in die Applikationen der beliebten Apple-Geräte. So kann man zum Beispiel mit der Foto-App interessante Aufnahmen direkt von unterwegs twittern. 250 Millionen Tweets pro Tag wurden Ende 2011 abgesetzt. Die Zeichen stehen also nach wie vor auf Wachstum.

Trotz dieser Zahlen hat Twitter in Deutschland Probleme, sich zu etablieren. Ein Grund ist sicherlich, dass Twitter erklärungsbedürftiger ist als andere soziale Netzwerke. Erst langsam reift bei der breiten Masse die Erkenntnis, dass das Netzwerk auch als reines Informationsmedium genutzt werden kann – ohne dass man selbst ständig Output generieren muss.

twopblog.com hat eingehend analysiert, wie viele der täglich neu registrierten Twitter-Nutzer später auch aktiv sind. Eine deutsche Übersetzung des Artikels gibt es bei seo-united.de. Die Stichprobe umfasst 100.000 Accounts, deren Registrierung mindestens 3 Monate zurücklag. 53,8 % dieser Account-Inhaber hatten seitdem noch nie einen Tweet versendet.

Twittern durch die Werbebrille

Unternehmen, die bereits auf Twitter aktiv sind oder es noch werden wollen, sollten zwei Themenbereiche im Blick behalten: Schon länger diskutiert und nach wie vor interessante Werbemöglichkeiten bieten die „Twitter Ads“ (mittlerweile schlicht als „Advertising“ bezeichnet). Mehr oder weniger Neuland sind die erst kürzlich weiter konkretisierten „Enhanced profile pages“ (dt.: erweiterte Profil-Seiten), die häufig mit den Unternehmensseiten bei Facebook verglichen werden.

Twitter Advertising

Die Angebote rund um die „Twitter Ads“ sollen perspektivisch vornehmlich kleinere und mittelständische Unternehmen in die Lage versetzen, Botschaften einfach und eigenständig schalten zu können. Vergleichbar wäre dieses „self-service-Verfahren“ mit den Angeboten von Google (Google AdWords), Facebook (Facebook-Werbeanzeigen) und der VZ-Gruppe (VZwerbefabrik). Das Programm befindet sich noch in der Testphase.

Das Produkt „Promoted Accounts“, mit dem einem Nutzer zu seinen Interessen passende Twitter-Accounts vorgeschlagen werden, ist bereits verfügbar. Die Produkte „Promoted Tweets“ und „Promoted Trends“ sind derzeit nur einer exklusiven Testgruppe zugänglich. „Promoted Tweets“ sind Tweets, für die werbetreibende Unternehmen zahlen, um sie für eine große Anzahl von Nutzern hervorzuheben. „Promoted Trends“ erscheinen oben in der Liste der „Trending Topics“ auf Twitter – und behandeln demnach Themen, die gerade angesagt sind.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass die in den vergangenen Monaten schon häufiger in Aussicht gestellten „Twitter Analytics“ (twitter-eigene Statistiken für Accounts) nun offenbar zumindest in Teilen als „Advertiser Analytics“ bereitgestellt werden können. Das Programm informiert ausführlich zum Erfolg einer Kampagne: Impressions, Retweets, Clicks, Replies, Follows und mehr – natürlich in Echtzeit.

Twitter Enhanced profile pages

Ähnlich der von sozialen Netzwerken wie Facebook und Google+ bekannten Unternehmensprofile führt auch Twitter jetzt erweiterte Möglichkeiten zur Präsentation von Marken ein – die „Enhanced profile pages“. Unternehmen sollen künftig  den Header ihrer Twitter-Profilseite mit einem größeren Logo sowie erweiterten Markeninformationen befüllen können. Außerdem soll Platz für ein Banner und Bilder zu Verfügung stehen. Um die Aufmerksamkeit der Nutzer auf bestimmte Informationen zu lenken, kann ein definierter Tweet im oberen Bereich der Timeline fixiert werden. Sollte dieser Bilder oder Videos enthalten, wird er ausgeklappt dargestellt und dient somit als besonderer Blickfang.

Wie die „Promoted Tweets“ und die „Promoted Trends“ stehen auch die „Enhanced profile pages“ derzeit nur einem ausgewählten Kreis von rund 20 Unternehmen zur Verfügung. Unter anderem Coca-Cola, Nike und Disney Pixar dürfen seit Dezember 2011 als sogenannte „First Mover“ die neuen Funktionen testen. Im Gegenzug haben sie sich verpflichtet, im ersten Nutzungsjahr eine Mindestinvestition von 2 Millionen US-Dollar in Werbung bei Twitter zu tätigen.

Es ist davon auszugehen, dass noch im Februar 2012 weitere Unternehmen freigeschaltet werden, die schon in der Vergangenheit Werbekampagnen über Twitter initiiert haben. Kenner der Szene mutmaßen, dass ein jährlicher Mindestumsatz von 25.000 US-Dollar als Eintrittsgrenze für die nächste Welle der Einladungen zum Einrichten von „Enhanced profile pages“ angesetzt wird.

Twitter setzt mit den erweiterten Profilen zurzeit also ausschließlich auf große Werbe-Budgets. Kleine Unternehmen oder Marken werden ausgeschlossen. Es wird sich zeigen, ob Twitter mit dieser „Premium-Strategie“ langfristig punkten und sich gegenüber den im Unternehmenskontext bereits etablierten, kostenfreien Präsentationsmöglichkeiten anderer sozialer Netzwerke behaupten kann.

Quellen:
  • business.twitter.com
  • twopcharts.com
  • wallblog.co.uk
  • t3n.de
  • seo-united.de
  • bitkom
  • futurebiz.de
  • seo-united.de