Ist das die neue Zukunft? Weg vom Smartphone hin zu körpernahen, nahezu unsichtbaren Devices. Getrieben von Miniaturisierung, Sensorik sowie Biometrie und generativer KI entstehen neue Interfaces, die natürlich, kontextbewusst und permanent verfügbar sind. Anhand von Meta AI-Brille, Anker Soundcore Work, Mudra Link und Omi AI bis hin zu OpenAIs Project io werden unterschiedliche Ansätze skizziert – vom seh- und hörnahen Assistenten über KI-Recorder und neuronale Gestensteuerung bis zu displaylosen Begleitern. Gemeinsam ist ihnen: Sie ergänzen bestehende Geräte, machen Interaktion freihändig und leiser und ebnen den Weg in eine Post‑Smartphone‑Ära.
Augmented Alltag: Die Meta-AI-Brille
Mit der Meta-AI-Brille will Meta den Schritt ins Post-Smartphone-Zeitalter einleiten. Die smarte Brille kombiniert Kamera, Lautsprecher und Mikrofone mit einem ständig verfügbaren KI-Assistenten, der sich per Sprache steuern lässt. Sie nimmt Fotos und Videos auf, spielt Musik ab oder verbindet in Sekunden mit einem Anruf. Neu ist die Möglichkeit, Fragen direkt an die Brille zu richten – und Antworten nicht nur aus dem Netz, sondern auch aus dem Blickfeld zu bekommen, das die Kamera gerade erfasst.
Was einst mit der Google Glass begann, wird durch aktuelle AR-Headsets und leistungsfähige KI zu einem alltagstauglichen Device weiterentwickelt. Während frühere Ansätze oft an klobiger Technik oder fehlender Rechenpower scheiterten, ermöglicht die heutige Kombination aus Miniaturisierung und generativer KI erstmals eine dauerhafte Begleitung im Alltag.

Zeitloser Klassiker trifft smartes Design: Meta AI-Brillen gibt es zum Beispiel bei Ray-Ban.
(© Ray-Ban)
Allgegenwärtig hören: Anker Soundcore Work
Der Anker Soundcore Work ist kaum größer als eine Münze, lässt sich am Kragen oder an der Kleidung befestigen, und doch steckt darin eine ganze KI-gestützte Schaltzentrale. Gespräche und Meetings nimmt das kleine Device auf, transkribiert sie automatisch und erstellt mithilfe von GPT-4o prägnante Zusammenfassungen.
Die Idee ist einfach, die Umsetzung elegant: Miniaturisierung, Sensorik und KI sorgen dafür, dass Inhalte schnell erfasst, verstanden und aufbereitet werden. Ein Tipp startet die Aufnahme, ein Doppeltipp markiert wichtige Stellen für die spätere Auswertung – mehr braucht es nicht. Vorgestellt im Vorfeld der IFA 2025 in Berlin, kommt das Gerät für rund 160 Dollar plus Abo-Option auf den Markt – mit angekündigtem weltweitem Rollout.

Kleines Gerät, große Wirkung: Der Anker Soundcore Work revolutioniert die Welt der Recorder.
(© Soundcore)
Unsichtbare Steuerung: Mudra Link
Erstmalig auf der CES im Januar 2025 vorgestellt, macht der Mudra Link die Interaktion mit digitalen Geräten so natürlich wie eine Handbewegung. Das kompakte Armband nutzt neuronale Sensorik, um feinste Finger- und Handgesten direkt in Steuerbefehle zu übersetzen – für AR- und VR-Headsets, Smart-Home-Systeme oder den PC. Befehle werden dabei ohne Tippen, ohne Sprache und ohne klassische Benutzeroberfläche ausgeführt. Die Technologie hinter dem Gesten-Controller ist faszinierend: Oberflächen-Nervenleitfähigkeits-Sensoren erfassen elektrische Signale der Motorneuronen, die KI in Echtzeit interpretiert. So entsteht ein Interface, das praktisch unsichtbar ist und den Nutzer wie eine Erweiterung seiner eigenen Hand agieren lässt. Frühere Ansätze scheiterten oft an ungenauer Sensorik oder komplizierter Bedienung. Heute sorgt die Kombination aus präziser Biometrie und KI für flüssige, intuitive Interaktion – ganz ohne Berührung.

Mit dem Mudra Link wird die Steuerung von Geräten so natürlich wie eine Handbewegung.
(© Mudra Link)
Dein digitaler Zwilling im Alltag: Omi AI
Als brandneues Device, das verspricht, mehr als nur ein smarter Assistent zu sein, wurde Omi AI erstmals im Januar 2025 der Öffentlichkeit vorgestellt. Als Form eines kompakten Anhängers oder als stirnseitig tragbares Device soll das Gadget wie ein digitaler Zwilling im Alltag funktionieren. Demnach begleitet Omi AI Gespräche in Echtzeit, transkribiert Inhalte automatisch und liefert sogar kontextbasierte Zusammenfassungen. Übrigens auch eigene Gedankenäußerungen und Selbstgespräche. Über eine App lassen sich die Funktionen nach eigenem Gusto erweitern. Besonders futuristisch wirkt die optionale Steuerung per EEG-Modul. Dieses registriert, wann der Nutzer ganz ohne Spracheingabe oder Berührung mit Omi AI interagieren will. Das ist besonders für Nutzer*innen spannend, die Omi AI im stillen Modus nutzen möchten – z. B. in Meetings oder beim Meditieren.

Verpackt als Anhänger, funktioniert Omi AI als smarter Recorder und digitaler Zwilling im Alltag.
(© Based Hardware)
Das erste Gadget von OpenAI: Project io
Hinter dem Arbeitstitel Project io versteckt sich ein bahnbrechendes neues Gerät. Bisher ist noch völlig ungewiss, in welche Richtung das Device gehen soll. Doch die Pläne des OpenAI-Chefs Sam Altman und des Ex-Apple-Designchefs Jony Ive zeigen, dass es sich nicht um ein Wearable im klassischen Sinne handelt. Darüber hinaus ist geplant, dass Project io ohne Display, Kamera oder Mikrofon auskommen soll. Stattdessen liegt der Fokus auf direkter, natürlicher Kommunikation mit KI – ohne, dass man erst sein Smartphone zücken oder eine App öffnen muss. Das Device soll als persönlicher KI-Begleiter im Alltag dienen. Konkrete Details zu Funktionalität, Zeitpunkt oder Zielgruppe wurden noch nicht bekannt gegeben. Das Gadget der Zukunft wird als handlich beschrieben und soll etwa „taschengroß“ sein. Ziel ist es, dass Project io eine neue Produktgeneration abbildet, die nicht als Ersatz für Smartphones oder Laptops dient, sondern diese sinnvoll ergänzt.

Verspricht Großes: das neue Gadget Project io
(© Mudra Band
Häufige Fragen und Antworten zu Neue Devices. Neue Interfaces. Neue Realität.
Die Antworten auf die wichtigsten Fragen findet ihr hier:
Was sind die neuen Devices, die im Artikel erwähnt werden?
Die neuen Devices umfassen innovative Technologien wie die Meta-AI-Brille, Anker Soundcore Work, Mudra Link, Omi AI und das Project io von OpenAI. Diese Geräte repräsentieren den Trend zu unsichtbaren und naturnahen Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine
Wie unterscheiden sich diese neuen Interfaces von traditionellen Interfaces?
Die neuen Interfaces sind darauf ausgelegt, natürlicher und kontextbewusster zu sein. Oft ohne physische Berührung oder Spracheingabe. Sie nutzen Technologien wie Biometrie und Miniaturisierung, um eine nahtlose Interaktion zu ermöglichen, die über das traditionelle Smartphone-Erlebnis hinausgeht
Was ist die Rolle der Künstlichen Intelligenz in diesen neuen Devices?
Künstliche Intelligenz spielt eine zentrale Rolle, indem sie intelligente Funktionen bereitstellt, wie z. B. Spracherkennung, Gestensteuerung und Kontextverarbeitung. Dies ermöglicht es den Geräten, proaktiv auf die Bedürfnisse der Nutzer einzugehen und Informationen in Echtzeit zu verarbeiten.
Wie werden diese neuen Technologien unseren Alltag beeinflussen?
Diese neuen Technologien könnten unseren Alltag revolutionieren, indem sie Interaktionen effizienter und intuitive gestalten, die Notwendigkeit für physische Geräte verringern und ein handfreies, leiseres Nutzererlebnis schaffen.
Dieser Artikel ist Teil unseres Trendspot 2026.
Quellen
meta.com
mediamarkt.de
techcrunch.com
engineering.fb.com
about.fb.com
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