Die Art und Weise, wie wir Informationen im Internet suchen, verändert sich derzeit rasant. Mit dem zunehmenden Einsatz von KI-Systemen wie ChatGPT, Gemini oder den AI Overviews (Googles Antwort auf KI) stehen viele Unternehmen vor einer neuen Herausforderung. Suche findet längst nicht mehr ausschließlich über klassische Suchmaschinen oder soziale Netzwerke statt. Denn KI-basierte Systeme etablieren sich zunehmend als eigenständige Informationsquelle und ersetzen damit die klassische Websuche. Die Auswirkungen sind bereits deutlich spürbar: Sinkende Websitebesuche gehören für viele Unternehmen inzwischen zur Realität. Nutzer*innen erhalten Antworten direkt in KI-generierten Übersichten oder stellen ihre Fragen unmittelbar an Chatbots – oft ohne einen weiteren Klick auf eine Website. Doch wie können Unternehmen auf diesen Wandel reagieren? Eine zentrale Rolle spielt dabei Generative Engine Optimization (GEO). Was GEO genau ist, wie es sich von klassischer Suchmaschinenoptimierung unterscheidet und welche Herausforderungen damit verbunden sind, erläutert dieser Artikel.

 

Die Informationssuche im Wandel

Künstliche Intelligenz hinterlässt bereits heute deutliche Spuren in der Informationssuche. Viele Unternehmen beobachten einen signifikanten Rückgang ihres Website-Traffics – in einigen Fällen um bis zu 70 %. Der Hauptgrund dafür ist, dass Nutzer*innen Antworten zunehmend direkt in KI-generierten Übersichten erhalten oder Chatbots nutzen, um auch komplexe Fragestellungen dialogisch zu klären.

Die Interaktion verlagert sich damit immer stärker von der klassischen Website hin zur KI-Antwort. Anstelle kurzer, isolierter Keywords formulieren Nutzer*innen längere, kontextreiche Fragen und führen fortlaufende Dialoge mit KI-Systemen. Der Fokus verschiebt sich folglich weg von einzelnen Suchbegriffen hin zu Kontext, Entitäten und konkreten Nutzungssituationen.

Ein weiterer zentraler Aspekt der KI-gestützten Suche ist die zunehmende Personalisierung. Antworten basieren immer stärker auf dem individuellen Userkontext, sodass identische oder ähnliche Fragen je nach Person sehr unterschiedliche Ergebnisse liefern können. Dadurch verändern sich auch die relevanten Erfolgskennzahlen (KPIs): Klicks und klassischer Website-Traffic verlieren bei GEO an Bedeutung, während KI-Sichtbarkeit, Erwähnungen (Mentions) und Zitierungen (Citations) in KI-Systemen zunehmend in den Vordergrund rücken.

Trotz dieser Entwicklungen bleibt Google mit einem weltweiten Marktanteil von rund 89,5 % weiterhin der dominante Akteur im Suchmarkt und wächst weiterhin. Google hat auf die Änderungen im Markt reagiert und stellt mit den AI Overviews und Gemini selbst starke KI-Systeme zur Verfügung. Parallel dazu verzeichnen KI-basierte Chatbots jedoch ein starkes und dynamisches Wachstum. Diese Dynamik zeigt, dass KI-basierte Suche langfristig strategische Relevanz hat und mitgedacht werden muss.

 

GEO: Die Antwort auf die KI-Suche

GEO (Generative Engine Optimization) ist die neue Disziplin, die sich auf die Optimierung von Inhalten für KI-Suchmaschinen und Large Language Models (LLMs) konzentriert. Das Ziel ist es, in den Antworten von beispielsweise ChatGPT, Perplexity oder den AI Overviews von Google erwähnt und zitiert zu werden. Grundsätzlich geht es also darum, dass Marken ein Teil dieser Konversationen werden und dort Sichtbarkeit generiert wird.

Die klassische Suchmaschinenoptimierung (SEO) verfolgt hingegen das Ziel, Websites in den organischen Suchergebnissen von Google, Bing und Co. möglichst weit oben zu platzieren, um Nutzer*innen auf die eigene Website zu leiten.

SEO und GEO verfolgen somit beide das Ziel der Sichtbarkeit, unterscheiden sich jedoch in Ansatz, Funktionsweise und Erfolgsmessung. Wobei SEO nach wie vor das Fundament für KI-Sichtbarkeit stellt.

 

Wie funktionieren KI-Suchmaschinen?

Um GEO besser zu verstehen, ist es zunächst wichtig nachzuvollziehen, wie KI-Suchmaschinen funktionieren.

KI-Suchmaschinen unterscheiden sich grundlegend von klassischen Suchmaschinen. Sie indexieren Inhalte nicht nur, sondern sind in der Lage, diese zu analysieren und zu interpretieren. Möglich wird dies durch die Kombination von Large Language Models mit klassischer Websuche sowie sogenannten Grounding-Mechanismen. Auf eine Anfrage hin werden relevante und aktuelle Inhalte aus dem Web abgerufen, semantisch erfasst und zu einer direkten, kontextbezogenen Antwort zusammengeführt.

Dabei berücksichtigt das System nicht nur den eigentlichen Suchbegriff, sondern auch den Nutzungskontext, die konkrete Fragestellung sowie die vermutete Suchintention. Das Ergebnis ist eine dynamisch generierte Antwort, die auf verschiedenen Quellen basiert und je nach Kontext, Nutzer*in und Situation unterschiedlich ausfallen kann.

 

Drei Kategorien von AI-Systemen 

Aktuell lassen sich drei Arten KI-gestützter Suchsysteme unterscheiden:

  • Reine LLMs
    Diese Systeme arbeiten ausschließlich mit Trainingsdaten und haben keinen Echtzeitzugriff auf das Web. Der Wissensstand ist begrenzt, Quellen werden nicht verlinkt und die Beeinflussbarkeit ist gering.
  • Chatbots mit Websuche
    Sie kombinieren Trainingsdaten mit aktueller Websuche, die situativ zugeschaltet wird. Quellen werden häufig zitiert, wodurch Sichtbarkeit für Marken möglich bleibt.
  • Suchmaschinen mit KI-Übersichten
    Beispielsweise Google AI Overviews. Sie integrieren KI-Antworten direkt in die Suchergebnisse, greifen auf aktuelle Webinhalte zurück und zitieren Quellen. Aufgrund ihrer Reichweite sind sie besonders relevant für Unternehmen.

Die Ziele von GEO

GEO verfolgt zwei übergeordnete Ziele:

  1. Zitierung und Verlinkung von Inhalten
    Eigene Inhalte sollen bei relevanten Suchanfragen als Quelle in KI-Antworten herangezogen und idealerweise verlinkt werden. Das stärkt die thematische Positionierung, erhöht die Reichweite und kann in bestimmten Fällen weiterhin Traffic generieren.
  2.  Marken- und Produkterwähnungen
    Darüber hinaus geht es darum, als Marke oder mit konkreten Produkten in KI-Antworten genannt oder empfohlen zu werden. Dies ist besonders wertvoll, da die Positionierung früh in der Customer Journey erfolgt und Entscheidungen beeinflussen kann – auch ohne direkten Website-Besuch.

Der Begriffsdschungel: AEO, AIO, GAIO oder doch LLMO?

Neue Technologien bringen leider oft auch das Problem mit sich, dass es für dasselbe Phänomen mehrere Bezeichnungen gibt, die im Umlauf sind. Auch in der AI-Optimierung gibt es mehrere Schlagwörter, die im Raum stehen, oftmals aber dasselbe meinen. 

AEO (Answer Engine Optimization)
Fokussiert auf Antwortsysteme, greift jedoch zu kurz, da KI-Systeme weit mehr leisten als reine Beantwortung von Fragen.

AIO (Artificial Intelligence Optimization)
Ein sehr allgemeiner Begriff, der häufig mit Googles AI Overviews verwechselt wird.

LLMO (Large Language Model Optimization)
Bezieht sich auf die Optimierung von Inhalten für Sprachmodelle wie ChatGPT.

GAIO (Generative AI Optimization)
Ein breiter Begriff, der sich bislang nicht klar etabliert hat. Bezieht sich auf die allgemeine Optimierung von KI-Systemen.

Der Begriff GEO fasst diese Ansätze zusammen und hat sich insbesondere im deutschsprachigen Marketing als Bezeichnung für die Optimierung von Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen etabliert.

 

Warum an GEO kein Weg vorbeiführt

Dass künstliche Intelligenz die Suchlandschaft bereits heute nachhaltig verändert, ist nicht mehr zu leugnen. Mit der zunehmenden Nutzung von KI-Systemen steigt zwangsläufig auch die Relevanz von GEO. Je häufiger Menschen KI-gestützte Antworten für ihre Informations- und Entscheidungsprozesse nutzen, desto wichtiger wird es für Unternehmen, genau dort präsent zu sein. GEO ist somit eine Disziplin, die mitgedacht werden muss, um für Marken sichtbar zu bleiben.

 

Ist SEO jetzt noch relevant?

Google dominiert weiterhin den Markt, und viele klassische SEO-Faktoren wie technische Sauberkeit, semantische Struktur, Autorität und positive Nutzersignale bilden auch die Grundlage für Sichtbarkeit in KI-Systemen. Es gibt zwar mehrere Überschneidungspunkte der Disziplinen, wenn es um Optimierungsmaßnahmen geht, dennoch gibt es auch viele Unterschiede.

SEO sorgt weiterhin für Auffindbarkeit, garantiert jedoch keine Erwähnung in KI-Antworten. LLMs nutzen Grounding-Mechanismen und Kontextsignale, um Inhalte auszuwählen. Deshalb müssen Inhalte so aufbereitet sein, dass sie verstanden, eingeordnet und situationsgerecht genutzt werden können. GEO ergänzt SEO genau an dieser Stelle.

Weder für SEO noch für GEO gibt es ein einheitliches Erfolgsrezept. Testen und Anpassungen sind entscheidend Faktoren für den Erfolg.

 

Wie sieht die Zukunft der Suche aus?

Die Zukunft der Suche ist ohne KI nicht mehr denkbar. Es gibt derzeit verschiedene Annahmen, wie die Zukunft rund um das Thema aussehen kann. Drei mögliche Szenarien:


GEO und SEO werden eins

Es wird weiterhin davon ausgegangen, dass Inhalte für traditionelle Suchmaschinen optimiert werden, um bei relevanten Suchanfragen gute Rankings zu erzielen. Gleichzeitig gewinnen Strategien an Bedeutung, die darauf abzielen, in den Antworten von KI-Systemen genannt und zitiert zu werden. SEO und GEO greifen dabei ineinander, da viele SEO-Grundlagen wie Autorität, relevante Inhalte und technische Aspekte auch für GEO entscheidend sind. Ziel ist es, beide Disziplinen sinnvoll miteinander zu verbinden und in Einklang zu bringen.
 

GEO übernimmt SEO 

KI-Suche zur primären Suchform für Nutzer*innen wird und sich damit die Art des Suchens grundlegend verändert, verlieren klassische Rankings an Bedeutung. In diesem Fall müsste sich die gesamte Strategie auf die Sichtbarkeit in KI-Systemen ausrichten. GEO wird dann zum zentralen Maßstab für erfolgreiche Auffindbarkeit. Ein eher unwahrscheinliches Szenario.

 

Mehrere Strategien bei einer fragmentierten Suchlandschaft 

Im Gegensatz zu Annahme 1, das von einer Annäherung der Disziplinen ausgeht, beschreibt dieses Szenario eine deutlich stärkere Fragmentierung der Suchlandschaft. Keine einzelne Disziplin setzt sich als dominierender Standard durch, wodurch eine einheitliche Lösung entfällt.

So könnte sich die Suchmaschinenoptimierung für Google weiterhin primär am klassischen Ranking orientieren, während die Optimierung für Systeme wie ChatGPT darauf abzielt, in relevanten Dialogen als autoritative Quelle genannt zu werden. Plattformen wie Perplexity könnten wiederum eigene technische Anforderungen stellen. Entsprechend wären auch die Messgrößen uneinheitlich, da jede Plattform über spezifische Kennzahlen und Analysewerkzeuge verfügen würde.

Unabhängig davon, welches Szenario sich durchsetzt, deutet alles darauf hin, dass sich die strategische Ausrichtung nicht auf eine einzelne Disziplin beschränken wird. Stattdessen gewinnt eine integrierte Suchstrategie an Bedeutung, die SEO- und GEO-Ansätze sinnvoll verbindet. Ziel ist es immer, Marken genau dort sichtbar zu machen, wo Informationen gesucht und Entscheidungen getroffen werden.

 

Fazit

Die Suche nach Informationen ist gerade dabei, ihre Oberfläche zu wechseln: weg von der Linkliste, hin zu KI-generierten Antworten, die kontextreich, personalisiert und „sofort fertig“ sind. Für Unternehmen heißt das: Sichtbarkeit entsteht nicht mehr nur über Rankings und Klicks – sondern darüber, ob Inhalte in AI Overviews, Chatbots und KI-Suchsystemen verstanden, ausgewählt, erwähnt und zitiert werden.

GEO (Generative Engine Optimization) ist dafür der passende strategische Rahmen. Es ersetzt SEO nicht, sondern baut darauf auf. Technische Sauberkeit, klare Struktur, Autorität und Nutzersignale bleiben das Fundament. Der Unterschied liegt in der Logik der Ausspielung: KI-Systeme ziehen Inhalte als Quellen heran, verdichten sie zu Antworten und lassen den Website-Klick oft aus. Wer in dieser neuen Suchlandschaft relevant bleiben will, optimiert deshalb nicht nur für „gefunden werden“, sondern für zitierfähig sein.

Unterm Strich: SEO bleibt Pflicht – GEO wird Kür mit strategischem Gewicht.

 

Häufige Fragen und Antworten zur Veränderung der Onlinesuche 

Die Antworten auf die wichtigsten Fragen findet ihr hier:

 

Was ist GEO (Generative Engine Optimization)?

GEO bezeichnet die Optimierung von Inhalten für KI-Suchsysteme und Large Language Models – mit dem Ziel, in KI-Antworten genannt, zitiert und idealerweise verlinkt zu werden.

Was verändert sich durch KI-Suche am stärksten?

Vor allem die Nutzerinteraktion: Viele Antworten erscheinen direkt im KI-Interface. Dadurch sinken Website-Klicks, während Sichtbarkeit zunehmend über Mentions und Citations entsteht.

Wie funktionieren KI-Suchmaschinen und warum ist das wichtig?

Viele KI-Systeme kombinieren Sprachmodelle mit Websuche und Grounding-Mechanismen: Sie rufen aktuelle Quellen ab, interpretieren Inhalte semantisch und generieren daraus eine Antwort. Wichtig wird dadurch, dass Inhalte klar strukturiert, kontextstark und eindeutig nutzbar sind.

Welche Arten von KI-Suchsystemen gibt es?

Grob lassen sich drei Kategorien unterscheiden:

  • Reine LLMs (ohne Webzugriff) 
  • Chatbots mit Websuche (zitieren teils Quellen) 
  • Suchmaschinen mit KI-Übersichten (z. B. AI Overviews), die Quellen verlinken und durch Reichweite besonders relevant sind. 

Ist SEO jetzt noch relevant?

Ja. SEO bleibt die Basis für Auffindbarkeit und technische Voraussetzungen. Aber: Gute Rankings garantieren nicht automatisch eine Erwähnung in KI-Antworten. GEO ergänzt SEO dort, wo Inhalte für KI-Auswahl und Zitierung „lesbar“ werden müssen.

Welche KPIs werden in einer GEO-Welt wichtiger?

Neben klassischen SEO-Kennzahlen rücken vor allem KI-Sichtbarkeit, Marken- und Produkterwähnungen (Mentions) sowie Zitierungen/Verlinkungen (Citations) in den Fokus – weil genau dort die Aufmerksamkeit entsteht.

 

Wie lässt sich eine Strategie zur Steigerung der KI-Sichtbarkeit für Unternehmen entwickeln?

Eine erfolgreiche GEO-Strategie sorgt dafür, dass Inhalte für KI-Suchsysteme verständlich, relevant und zitierfähig werden. Wichtig sind klar strukturierte Inhalte, thematische Relevanz, semantische Optimierung und hochwertiger Content mit echtem Mehrwert.

Ziel ist es, die Sichtbarkeit von Unternehmen, Marken und Inhalten in KI-generierten Antworten gezielt zu erhöhen.

Quellen

Claneo (o. D.): GEO, AEO, AIO & Co. | Folge 2: GEO Know How Academy

Claneo (o. D.): State of Search 2025 | Folge 12: GEO Know How Academy

Claneo (o. D.): ChatGPT vs. Google | Folge 16: GEO Know How Academy

OMR Education (2025): OMR Report | AI Search: Leitfaden zur Optimierung für KI-Suchen (GEO). Erschienen August 2025.

Raaf, Udo (2026): KI SEO: Was hinter GEO, AEO, LLMO & Co. wirklich steckt. In: SISTRIX. Veröffentlicht am 10.02.2026.

 

 

Denise ist Online Marketing Managerin bei New Communication. Als SEA- und SEO-Expertin ist sie unsere Spezialistin, wenn es um das Suchen und Finden von Online-Inhalten geht. Wer Denise privat sucht, findet sie übrigens entweder auf dem Fußballplatz, wo sie pfeilschnell gern den direkten Abschluss sucht oder aber ganz entspannt mit einem Cappuccino und ein paar Freund*innen im Café um die Ecke. Genau, was wir gesucht haben! Perfekt also, dass die Gute bei uns ihr berufliches Zuhause gefunden hat.

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