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10 Tipps zum Prototyping für digitale Projekte, Teil 1

„Es gibt fast keine Software mehr auf dem Markt, die wirklich elegant durchgearbeitet ist. Im Prinzip sind alles Prototypen.“ Das sagte Apples Design-Ikone Hartmut Esslinger vor kurzem in einem Interview der t3n. Ich sage: „Willkommen im Jahr 2016!“

Screendesign im Wandel

Vorbei sind die Zeiten, in denen ein Screendesigner sein Layout poliert und stolz an die Entwicklungs-Abteilung übergibt. Produkte werden komplexer. Arbeitsprozesse passen sich an die neuen Anforderungen an. Kollaboratives Design, Agile UX (User Experience), Design Thinking sind die neuen Schlagworte. Sie beinhalten immer eine teamübergreifende Zusammenarbeit von Personen aus unterschiedlichen Disziplinen. An der Entstehung eines neuen digitalen Produktes beteiligt sind Programmierer, Designer, Projektmanager, Konzepter, Stakeholder und – die User. Doch es wäre zu aufwendig und zeitintensiv, gleich die 1. Idee detailliert auszuarbeiten und umzusetzen. Nur um dann enttäuscht festzustellen, dass niemand das Produkt bedienen kann.

Neue Nutzungs-Situationen

Prototypen sind Modelle oder Annäherungen an das finale Produkt, die schnell und preiswert herzustellen sind. Eigentlich nichts Neues, auch nicht im Screendesign. Auf Klick-Dummys, Prototypen aus Papier und ähnliches setzt man schon seit Jahren. Dramatisch geändert hat sich aber der Kontext, in dem digitale Produkte konsumiert werden. Früher klickte man sich in nahezu identischen räumlichen Situationen durch Websites und Anwendungen. Heute konsumiert man dank Smartphones und Tablets im Bus, im Café, im Meeting oder auf der Toilette.

Aber wie erstellen Sie am besten einen Prototypen für Ihr digitales Projekt?

1. Fragen Sie, was Ihr Prototyp leisten soll

Das finale Produkt muss mehr sein als ein Prototyp. Denn dieser spiegelt immer nur ganz bestimmte Aspekte wider. Durch ihn erhalten Sie gezielte Learnings für die weitere Entwicklung. Klären Sie am Anfang, wie genau Ihr Prototyp in folgenden Bereichen sein soll:

  • Kontext
    Wollen Sie den Prototypen z. B. schon auf einem Handy bedienen? Oder sehen Sie sich nur Ausdrucke an der Wand an?
  • Funktion
    Werden animierte Übergänge simuliert? Gibt es eine Reaktion, wenn Sie einen Button drücken?
  • Inhalt
    Arbeiten Sie mit Blindtext oder realen Texten?
  • Design
    Wie stark ähnelt die Optik Ihrem geplanten finalen Produkt?
2. Begreifen Sie sich als Designer

Design ist nicht nur Layout. Design bestimmt, wie sich etwas von Menschen Geschaffenes uns gegenüber verhält. Und wie wir damit interagieren. Design umfasst den gesamten Prozess:

  • Bestimmung des Inhalts
  • Strukturierung
  • Gestaltung des User-Flows
  • Ausarbeitung des Contents
  • visuelle Darstellung
  • programmatische Umsetzung

Daher sind tatsächlich alle Beteiligten auch Designer. Die häufig vorherrschende Arroganz der alleinigen Verantwortung für den eigenen Teil-Bereich muss ersetzt werden. Und zwar durch eine empathische Führung in den jeweiligen Sparten, die das gesamte Gelingen im Blick hat.

3. Arbeiten Sie von Anfang an im Team

Da alle Team-Mitglieder Designer sind, arbeiten alle von Anfang an zusammen. Der Entwickler kann z. B. schon in der Frühphase wertvolle Einsichten liefern, die das Projekt beeinflussen. Holen Sie auch einen Texter schon zu Beginn mit ins Boot. Text-Strukturen können besprochen und die Tonalität kann festgelegt werden. Das bestimmt dann wieder die Gestaltung. Und: Zusammen macht es einfach mehr Spaß.

4. Beginnen Sie mit einem Storyboard

Heutzutage begegnet man digitalen Produkten an unterschiedlichen Orten und in vielfältigen Situationen. Für die Produkt-Entwicklung wird daher das Storyboard wichtig. Es beschreibt bzw. bebildert, welche Geschichten man mit der App bzw. Website erlebt. Und welchen Nutzen diese bieten. Das 1. Bild des Storyboards zeigt das Umfeld, die Situation des Users. Das letzte Bild stellt den Benefit dar. Die Geschichten müssen mit möglichst wenig Text funktionieren. Das User Interface der beschriebenen Anwendung sollte nur angedeutet werden. Hier ein Beispiel. Mit dem Storyboard haben Sie bereits einen 1. Prototypen. Testen Sie damit die Idee Ihres Produkts an Menschen und diskutieren Sie mit ihnen.

5. Verlieren Sie sich nicht in Details

Ein Storyboard ist noch sehr rudimentär und grob. Je weiter die Entwicklung Ihres finalen Systems voranschreitet, desto detaillierter wird Ihr Prototyp. Mit fortlaufender Entwicklung werden Sie vermutlich eine ganze Handvoll Prototypen unterschiedlicher Detailstufen kreiert haben.

Teil 2 mit den Tipps 6–10 finden Sie ab dem 18. Mai 2016 unter „Neues“.  

Quellen