Werbeagentur für Corporate Design, Online Marketing, Kommunikation, Employer Branding

Fernsehen im Wandel

100 % der 14- bis 19-Jährigen nutzten 2015 das Internet, berichten ARD und ZDF. Von den über 60-Jährigen war jeder 2. im Web unterwegs. Und in allen anderen Altersklassen surfen mehr als 80 % im Internet. Smartphone, Tablet & Co. dominieren die Haushalte. Wie beeinflusst diese Entwicklung unser TV-Verhalten?

Smartphone und Tablet als Second Screen

80 % aller Mobiltelefone in Deutschland sind Smartphones. Und fast jeder 2. Befragte hat ein Tablet. Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie Mobile Effects 2016 des Digital-Vermarkters ForwardAdGroup. Seit der
1. Erhebung 2010 stieg die tägliche oder mehrmals tägliche Nutzung von 44 % auf 84 %. Parallel zum Fernsehen nutzen 85 % der Smartphone-Besitzer und knapp 78 % der Tablet-Besitzer ihr Gerät.

Die Gründe für die Multiscreen-Nutzung sind vielfältig. Mehr als die Hälfte der Befragten ist vom TV-Programm gelangweilt. Jeder Dritte reagiert auf Nachrichten, die auf seinem internetfähigen Gerät eingehen. 25 % überbrücken den Werbeblock. Nur 19 % beziehen sich beim Gebrauch eines Second Screen auf das TV-Programm.

Bewegtbild im Web

Viele der im Auftrag von ARD und ZDF Befragten nutzen unterschiedliche Video-Anwendungen im Internet. Den 1. Rang belegen mit 61 % Video-Portale wie YouTube, MyVideo und Clipfish. Die 3 folgenden Plätze gehen an Inhalte, die sonst im linearen TV-Programm geschaut werden: Platz 2 mit 37 % sind zeitversetzte TV-Sendungen. Auf Platz 3 liegen mit 36 % die Mediatheken. Und Platz 4 sichert sich mit 30 % Live-Fernsehen im Internet.

Einzug der Smart-TVs

Fast jeder 3. Deutsche besaß Ende 2014 einen Smart-TV. Das ermittelte die Studie Smart-TV Effects. Ein weiteres Drittel plante eine Anschaffung. Bisher nutzten allerdings nur 25 % die Internetfunktion des Fernsehers.
50 % der Smart-TV-Besitzer schauten damit Filme oder Serien. 30 % gingen mit ihrem Fernseher online, wenn das TV-Programm nicht ansprechend war. Keine große Rolle spielten klassische Online-Themen wie Shopping, Social Media und das Abrufen von E-Mails. Eine Befragung für das Expertenformat Insights und Trends der gfu (Gesellschaft zur Förderung der Unterhaltungselektronik in Deutschland) ergab: Im Mai 2015 besaßen schon 42 % der Deutschen einen Smart-TV. Diese Zahl entspricht 18 Mio. Geräten. Und 10 % Steigerung im Vergleich zu 2014. Mittlerweile sind 70 % der Smart-TVs mit dem Internet verbunden. Das sind mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Für 39 % der Befragten ist ein Smart-TV der Grund für den Kauf eines neuen TV-Geräts.

Fazit
  • Parallele Medien-Nutzung
    Die mobile Internet-Nutzung parallel zum Fernsehen spielt weiterhin eine wichtige Rolle. Vor allem während der Werbung werden Smartphone und Tablet häufig zur Hand genommen. In den wenigsten Fällen hat die Nutzung einen Bezug zum laufenden TV-Programm.

  • Das Fernsehen von heute
    Fernseh-Sendungen werden zunehmend im Internet geschaut. Egal ob live oder zeitversetzt. Gut jeder 3. Zuschauer nutzt dieses Angebot regelmäßig. Seit Beginn der Erhebung 2007 steigen die Zahlen kontinuierlich. Noch ist die Mehrheit der Deutschen aber über das lineare TV erreichbar. Streaming-Dienste sind eher eine Ergänzung zum linearen TV-Programm statt eine Konkurrenz.

    Auch im digitalen Zeitalter hat sich das Wohnzimmer bisher kaum verändert. Den Mittelpunkt bildet immer noch der Fernseher. Oft liegen aber Smartphone, Tablet und Laptop daneben. Die Nutzungs-Dauer des Fernsehgeräts sinkt aber nicht. Fernsehen bleibt die Haupt-Beschäftigung in deutschen Wohnzimmern. Jedoch häufig aus Gewohnheit. Und immer öfter nur nebenbei und weniger gezielt.

  • Das Fernsehen von morgen
    Kurz- und mittelfristig wird der größte Zuschauer-Anteil beim linearen TV-Angebot bleiben. Langfristig prognostiziert man aber eine Verschiebung zugunsten der Streaming-Dienste. WLAN wird immer weiter ausgebaut. Bald schon ist es nahezu flächendeckend und häufig gratis verfügbar. Dies begünstigt eine Verschiebung vom stationären Fernsehen im Wohnzimmer hin zur mobilen Nutzung: fernsehen, was, wann und wo man möchte.

 

Quellen: