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Voice User Interfaces

Amazons Echo ist hierzulande der bekannteste Smart-Lautsprecher. Weit abgeschlagen auf dem 2. Platz rangiert Googles Home. Das liegt vor allem am zeitlichen Vorsprung: Der Echo ist bereits seit Oktober 2016 in Deutschland verfügbar. Den Home gibt es erst seit August 2017. Andere Systeme spielen bisher kaum eine Rolle. Das könnte sich 2018 ändern. Insbesondere Google verspricht, mit neuen Features die Konkurrenz anzugreifen.

Clever mit Skills und Actions

Mit weltweit über 15.000 Skills liegt Amazon auch im Bereich Erweiterungen vorn. Allein im Deutschen sind es 5.000 Stück. Zum Vergleich: Google bietet nur rund 380 davon – dort heißen sie Actions. Das Prinzip ist gleich: Über Skills bzw. Actions können Drittanbieter ihre Angebote in den Assistenten integrieren. Taxen oder Pizzen ordern wir dann einfach per Sprachbefehl. Aber auch Zug-Verbindungen werden uns quasi auf Zuruf ausgegeben. Die Liste der Dienstleistungen ist lang.

Schlausprecher mit Einschränkungen

Intelligente Sprach-Assistenten sind ideal für wiederkehrende Fragen aller Art. Intelligente Lautsprecher statt Hotelmitarbeiter könnten künftig Fragen nach Pool-Temperatur, Essenszeiten und dem Weg zum Strand beantworten.

Das funktioniert auch am Point of Sale, wie der Hosenanbieter Alberto beweist. Im Concept Store in Mönchengladbach können Kunden Alexa zu Kollektion und Passform befragen. Innerbetrieblich könnten smarte Assistenten künftig Fragen nach Büromaterial und Artikelnummern abfangen. In beiden Fällen eine echte Entlastung für Mitarbeiter und Unternehmen.

Eines der Parade-Gebiete von Alexa und Co. ist der Smarthome-Bereich. Da es auch hier um klare Befehle in einfacher Sprache geht, funktioniert die Zusammenarbeit reibungslos: Licht regulieren. Heizung steuern. Kaffeemaschine einschalten. Alles kein Problem.

Ebenso gut klappen Funktionen, bei dem es um die reine Wiedergabe von Informationen geht. Nachrichten-Skills sind daher besonders beliebt. Spiegel Online, Bild und Tagesschau sind nur 3 Anbieter aus einer langen Reihe. Ähnlich populär sind Funktionen, die Einkaufslisten erstellen. Über das Fernsehprogramm und Müllabfuhr-Zeiten informieren. Und natürlich Musik auf Zuruf abspielen.

Zu den am meisten aktivierten Funktionen gehören darüber hinaus Unterhaltungs-Angebote. Das Angebot reicht von Gehirn-Jogging und Wissens-Quizzen bis zu skurrilen Skills. Diese lassen Alexa etwa derbe Schimpfwörter ausstoßen oder Flachwitze erzählen.

Schwieriger wird die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine, sobald ein Dialog mit Interaktion nötig ist. Ein Beispiel für missglückte Kommunikation ist der Chefkoch-Skill. Neben einem ausgeprägten Kurzzeit-Gedächtnis sollte man übermenschlich fixe Finger mitbringen. Denn Alexa listet die Zutatenliste so schnell auf, dass man bei der 4. Zutat die 1. bereits vergessen hat. Und auch bei der Zubereitung sind keine Atempausen vorgesehen.

Völlig neues Dialogmodell

Das Chefkoch-Beispiel zeigt: Sprach-Assistenten müssen deutlich sensibler für die menschliche Sprachrealität werden. Ein völlig neues Dialogmodell muss her. Denn im Gegensatz zum Auge kann das Ohr immer nur eine Information gleichzeitig verarbeiten.

Ebenso wichtig ist die Fähigkeit der Geräte, unterschiedliche Gesprächsverläufe zu berücksichtigen. Noch benötigen die meisten Funktionen präzise Befehle, um gestartet und genutzt zu werden. Wirklich smarte Assistenten müssen flexibler sein. Und etwa auf verschachtelte Fragestellungen reagieren können. Dazu gehört auch die Fähigkeit, Versprecher und Dialekte zu erkennen. Im Zweifel soll der Assistent sogar sinnvolle Rückfragen stellen.

Warten auf den Kill-Skill

Die wenigsten der verfügbaren Erweiterungen werden tatsächlich genutzt. Das bestätigt eine Auswertung des Online-Magazins VoiceLabs. Nur 3 % aller Konsumenten, die ein Skill herunterladen, nutzen dieses nach 14 Tagen noch.

Ein Problem liegt darin, dass kein visuelles Interface vorhanden ist: Im Gegensatz zu einer App gibt es keinen Bildschirm, der an die Existenz der Funktion erinnert. Nur wirklich überzeugende Erweiterungen sichern sich einen Stammplatz im Repertoire der Dienste. Sie bestechen mit durchdachten Funktionen.

Der „Kill Skill“, der den Sprach-Assistenten zum endgültigen Durchbruch in Deutschland verhilft, lässt noch auf sich warten. Darin sind sich die Experten einig. Wer also im Jahr 2018 buchstäblich von sich reden machen will: Eine zündende Idee gepaart mit Know-how in Sachen Entwicklung und Interface-Design bietet gute Chancen.

Quelle:
Robert C. Mendez, Sascha Zöller, t3n-Magazin, „Perfekt abgestimmt“