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Wie viel Smartphone verträgt das Handelsmarketing 2016?

Das Wichtigste zuerst: Die meisten Konsumenten planen, ihre Weihnachtsgeschenke 2015 in stationären Geschäften einzukaufen. Dort können sie die Waren sehen, anfassen und ausprobieren. Ihr Smartphone begleitet sie dabei. Digitale Preis-Vergleiche und die Suche nach weiteren Produkt-Informationen oder einem Wettbewerber mit größerer Auswahl sind nur ein paar Daumendrücke entfernt. Seit Jahren stehen Unternehmen, Hersteller und Handel vor der großen Aufgabe: Wie integrieren sie Smartphones und andere mobile Endgeräte sinnvoll in ihr Absatzmarketing oder am Point of Sale in ihren Märkten und Geschäften? Wo bieten sich konzeptionelle Ansatzpunkte?

Online trifft Offline

Auf dem Wunschzettel des Handels steht die Verknüpfung digitaler und stationärer Inhalte. Dazu gehören Warenbestands-Abfrage, personalisierte Echtzeit-Angebote beim Betreten des Shops sowie digitale Displays.  Kunden wiederum sehnen sich nach einem vereinfachten Check-out.

Kassiert man sich bald selbst ab?

Ist Schlange stehen bald Vergangenheit? Bislang gibt es dazu mehrere Strategien. Die Discounter setzen vermehrt auf den prophezeiten Durchbruch beim Thema Mobile Payment. Dieser mindert die Durchlaufzeit an der Kasse. Radikalere Lösungen sind selten. Hierzulande findet man kaum innovative Bezahl-Verfahren, die das Anstehen an Kassen überflüssig machen und das Einkaufserlebnis der Kunden steigern. Dabei sind Self-Check-out-Kassen technisch längst umsetzbar. 
Das gilt auch für Self-Scanning-Konzepte, die das Smartphone der Kunden als Scanner einbeziehen. Sie bieten dem Handel einen echten Mehrwert. Der Kunde scannt die Produkte schon während seines Einkaufs statt beim Verlassen des Geschäfts. Dieser vorverlegte Kassier-Vorgang erlaubt den Einsatz von Push-Marketing-Inhalten. Diese offerieren zusätzliche Informationen. Oder schlagen ergänzende bzw. alternative Angebote aus dem Sortiment vor (Cross- und Up-Selling-Potenziale). Neben Waren-Präsentation, Laden-Gestaltung und Einkaufsradio sind sie ein weiteres Instrument, um Kunden vor Ort zu erreichen und Einfluss auf ihren Warenkorb zu nehmen. In der Schweiz arbeiten die Handelsketten  MIGROS und COOP bereits mit diesem Service.

Das Smartphone als besserer Verkäufer?

Das Smartphone gewinnt nicht nur an der Kasse weiter an Bedeutung für den stationären Einkauf. Es wird vom Handel in den Kaufprozess einbezogen und beeinflusst den Personaleinsatz. Beispiele dafür sind Indoor-Navigation, personalisierte Preise und individuelle Werbung auf dem Display bei Betreten des Geschäfts. 

Noch überwiegt die Skepsis

Bislang stehen Kunden diesen technischen Neuerungen eher skeptisch gegenüber. Sie nutzen ihre Geräte hauptsächlich, um Ideen zu teilen, Preise zu vergleichen und Produkt-Informationen abzurufen. Sie bewerten das Scannen von Produkten für Bewertungen und Empfehlungen sowie die Navigation im Geschäft noch positiv. Personalisierte Preise und Werbung finden sie eher befremdlich. Noch negativer stehen sie sämtlichen Features gegenüber, die auf Gesichts-Erkennung zurückgreifen. 
Auch dem mobilen Check-out begegnen Kunden bislang skeptisch oder mit Unwissenheit. Sie erkennen die Vorteile: Unabhängigkeit vom Bargeld und Unkompliziertheit.  Ihre Sicherheitsbedenken überwiegen aber noch. Die Sorge vor Daten-Missbrauch oder Hackern stellt das größte Hemmnis dar. 3 von 4 Deutschen haben noch nie Mobile Payment genutzt. Rund 1/3 aller Deutschen kann sich unter diesem Begriff nichts vorstellen.

Nur mit der Ruhe

Was bedeutet das nun für das Handelsmarketing 2016? Aufgrund der Zurückhaltung der Kunden muss der Handel nichts überstürzen. Die technische Umsetzbarkeit ist für Kunden noch lange kein Mehrwert. Und die Investitionen sind erheblich. Daher sollte das Management eines Unternehmens den Einsatz dieser Techniken kritisch hinterfragen. Liegen ein klares Konzept und Ziel vor? Dann steht der Einbindung von Smartphones in den stationären Verkaufsalltag kaum etwas entgegen.

 

Quellen:

pwc.com

zukunftdeseinkaufens.de