Die meisten Menschen kennen Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) aus der Videospiel-Branche. Aber auch andere Bereiche wie Medizin, Architektur oder die Automobil-Branche können sich diesem Trend nicht verschließen. Und dort sind VR und AR alles andere als nur Spielerei.

VR und AR sind in den Köpfen angekommen

Laut Statista nutzen oder diskutieren 25 % aller deutschen Unternehmen dieses Jahr Virtual und Augmented Reality. Diese Entwicklung geht auch an der Automobil-Branche nicht spurlos vorüber, die für Deutschland so wichtig ist. Von der neuen Technologie profitieren vor allem diese Bereiche: Planung, Konstruktion, Entwicklung, Mitarbeiter-Schulung, Fahrassistenz-Systeme, Marketing und Vertrieb.

© Statista 2018

Wie fühlt sich autonomes Fahren wirklich an?

Automobil heißt wörtlich selbstfahrend. Dabei fahren Autos gar nicht selbst; ein Fahrer steuert sie. Das soll sich ändern: Künftig sollen Autos wirklich selbst fahren. Das können Endkunden schon heute testen – mit Hilfe von AR und VR auf vielen Automobil-Messen.

BMW nutzt die VR-Technologie zusammen mit haptischer Hardware. Das Fahrgefühl neuer Modelle wird simuliert, bevor diese überhaupt existieren. So können Endverbraucher auf Messen die Zukunftsmodelle der Automobil-Industrie schon vor dem Produktionsstart testen. Und sowohl Endverbraucher als auch Produktdesigner können beispielsweise ein neu gestaltetes Interieur auf sich wirken lassen. Inklusive des Zusammenspiels aus Licht und Schatten.

Die Volkswagen-Tochter Skoda wiederum verwendet zur Demonstration ein einfaches, aber futuristisch aussehendes Cockpit-Mock-up. Damit das Vorführmodell dem Nutzer das Gefühl eines echten Lenkrads vermittelt, kommen außerdem Handschuhe von Manus VR zum Einsatz. Dadurch lässt sich eindrucksvoll darstellen, was zum Beispiel während eines Unfalls im Auto passiert.

Innovationen auch am Arbeitsplatz

AR und VR können dabei helfen, die Kosten in der Auto-Entwicklung deutlich zu senken.

Es dauert oft Jahre und kostet enorme Summen, ein Fahrzeug von Grund auf neu zu entwickeln. Bis zu 70 % der Gesamtkosten für die Herstellung eines innovativen Fahrzeugs fallen im Extremfall in der frühen Konzeptionsphase an. Beim traditionellen Vorgehen werden bis jetzt detaillierte Produktpakete früherer Prototypen erstellt. So werden Schwierigkeiten beim Designkonzept sichtbar gemacht. Das kostet Zeit und Ressourcen, insbesondere wenn Fehler entdeckt werden. Visualisiert man Prototypen mit Hilfe von VR und AR, spart man Zeit und Ressourcen.

Assisted Reality

Ein Audi-Werk in Ungarn setzt bei einer Testreihe in der Motoren-Montage die Datenbrille Google Glass ein. Monteure können sich Details zu ihrem aktuellen Auftrag im Sichtfeld einblenden lassen. Darunter fallen z. B. auf die aktuelle Aufgabe zugeschnittene Trainingsvideos. Oder genaue Anweisungen, welche Teile verbaut werden müssen. Audi nennt dieses Konzept Assisted Reality.

Auch in den Bereichen Endfertigung von Automobilen und Mitarbeiter-Training nutzt Audi VR-Brillen. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurden zunächst Mitarbeiter der hauseigenen Logistikzentren in einer VR-Simulation ihres Arbeitsplatzes trainiert. Mittlerweile wird die Anwendung an diversen Standorten genutzt.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Wer seine Arbeits-Umgebung samt allen notwendigen Handgriffen im Vorfeld kennenlernt, kann schon beim ersten Einsatz effizient mitarbeiten. Zudem unterstützt die Anwendung unterschiedliche Sprachen. Sie enthält auch Abbildungen unterschiedlicher Logistikzentren. Dadurch können mit wenig Aufwand sämtliche Trainings-Szenarien durchgespielt werden.

Die Autobauer werkeln an weiteren innovativen Konzepten, um die Entwicklung und Produktion zu optimieren. Dazu zählen 3D-Druck und Robotik, aber auch Spielarten von virtueller und erweiterter Realität.

Mitten im Umbruch

Die Cases machen deutlich, wie vielfältig die Anwendungs-Möglichkeiten von VR und AR schon sind. Und noch werden können. Dank der virtuellen Technologien sind den Möglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. Die Zukunft wird zeigen, wo der Weg der Innovationen im Auto hinführen wird. Ausgehend von dem, was wir bisher sehen können, steuern wir auf eine spannende Zukunft zu.

Quellen:

twt.de/news
horizont.net/marketing
cio.de
blog.vdi.de
medialist.info

Philipp ist Online-Berater und Spezialist für Performance Marketing, Website-Projekte und Social Media bei New Communication. Außerdem kümmert sich der studierte Medienwirt um alles, was mit Virtual und Augmented Reality zu tun hat. Unter Philipps Leitung verschwimmen die Grenzen zwischen echtem Leben und digitaler Zauberwelt. Ein bisschen so wie in seiner Lieblingsserie Stranger Things. Wobei Philipps Projekte natürlich kein bisschen strange sind. Sondern einfach nur great.

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