Die Corona-Pandemie hinterlässt auch in unserer Mediennutzung ihre Spuren. Während der eintönigen Isolation erhöhte sich unser Bedarf an aktuellen Nachrichten und Entertainment erheblich. So hat sich in den letzten Jahren, insbesondere in Monaten des Social Distancing, unser visuelles Nutzungsverhalten massiv verändert. Lernen, Arbeiten, Unterhaltungen oder Shopping all das fand plötzlich nur noch digital statt. Allein auf YouTube werden weltweit sechs Milliarden Stunden an Videomaterial konsumiert. Pro Monat! Und das hat neben der Corona-Isolation auch einen weiteren Grund: Nutzer*innen ziehen Videos anderen Inhalten vor, denn so haben sie das Gefühl näher am Geschehen zu sein. Kein Wunder, dass sich das Internet auch künftig zunehmend auf Videos ausrichtet. 

Jedoch bringt diese wachsende digitalisierte Umwelt auch eine Art Reizüberflutung mit sich: Unsere Aufmerksamkeitsspanne sinkt immer weiter. Unser Gehirn passt sich den zahlreichen Informations-Strömungen an, um diese blitzschnell verarbeiten zu können. Infolgedessen sind wir ungeduldiger und schneller gelangweilt. Laut einer Studie von Microsoft hat sich die durchschnittliche Aufmerksamkeitsdauer des Menschen auf 8 Sekunden reduziert. Das sind ca. 33 % weniger als im Jahre 2000 – da lag sie bei 12 Sekunden. Funfact: Ein Goldfisch hat eine Aufmerksamkeitsspanne von 9 Sekunden.

Außerdem zeigt sich, dass sich Menschen besser an Videoinhalte als an Texte oder Bilder erinnern können. Wieso das so ist? Zum einen nehmen wir Videos mit mehreren Sinnesorganen auf – dadurch bleiben sie länger im Gedächtnis. Zum anderen: Einprägsamkeit, Verständlichkeit und Emotionalität! Videos können Themen viel anschaulicher darstellen und auch bei komplexeren Inhalten für mehr Verständlichkeit sorgen. Bei einem Punkt ist Video-Content unschlagbar: Emotionen! Bewegte Bilder mit Unterstützung von auditiven Inhalten können Unmengen von Emotionen transportieren. Diese packen uns und halten unser Interesse aufrecht.

Aber nicht nur für die Nutzer*innen änderte sich einiges in Sachen Bewegtbild – auch das Marktangebot durchläuft Veränderungen.

Snackable Videos

„Snackable Content“ ist das A und O der heutigen Zeit geworden. Bedeutet: Content der schnell, einfach und flexibel konsumiert und geteilt werden kann. Dieser Videomarketing-Trend wurde durch den Start von Instagram Reels und dem rasanten Aufstieg von TikTok als Short Clip Plattform inspiriert. Jeder kennt mittlerweile zum Beispiel die sogenannten Challenges der Social Media Plattformen, die Nutzer*innen motivieren, Fitnessübungen oder Tanz Moves auf ihre Weise mit der jeweiligen Community zu teilen. Auch Unternehmen nutzen diese kurzen Clips nun immer häufiger für das eigene Marketing. Denn Reels oder TikTok-Videos eignen sich wunderbar, um Unternehmen eine persönliche Note zu geben. Bei diesem Video-Trend kommt es also darauf an, relevante Inhalte so zu verpacken, dass sie für den User interessant, emotional fesselnd und schnell zu “snacken“ sind. Also ein regelrechter “Video-Minimalismus“. Aber auch andere Trends bringen innovative und revolutionäre Möglichkeiten für Unternehmen mit sich:

Interaktive Videos

Frei nach dem Motto: Mittendrin statt nur dabei. Mit den neuesten technischen Tools lassen sich Zusatzoptionen in Videos kreativ einbinden. So kann zum Beispiel ein User eines Werbespots die gezeigten Produkte mithilfe eines animierten Buttons, direkt in den Warenkorb oder auf die Merkliste setzen. Dadurch entfällt die Suche nach dem beworbenen Produkt. Onlinekäufe werden schneller und einfacher. Auch eigene Entscheidungen können eingebunden werden. Der User entscheidet, welches Outfit das Model anzieht, kann dieses anschließend direkt bestellen und erhält durch die Integration in das Video ein ganz neues Kauferlebnis. Diese Video-Art heißt „Shoppable Videos“. Sie wird vor allem auf Social Media Kanälen eingesetzt. Schließlich haben sich diese mittlerweile zum größten Marktplatz im Internet entwickelt.

360-Grad-Videos

Auch 360-Grad-Videos bringen diesen Effekt mit sich. Durch ein sogenanntes Kugelpanorama erhalten die Zuschauer*innen einen vollständigen Rundumblick auf die Umgebung. Museen, Messen, Unternehmen oder Ausstellungen können auf diese Weise virtuell erkundet werden. Diese virtuellen Rundgänge sind eine neue Art der Präsentation und bieten ein realistisches Hautnah-Erlebnis. 

Vlogs

Um beispielsweise einem Firmenporträt eine neue, erfrischende, persönlichere Note zu verleihen, eignen sich sogenannte „Vlogs“ optimal. Es handelt sich dabei um Video-Blogs, in denen Alltagssituationen, Produktvorstellungen und -rezensionen oder persönliche Statements zu aktuellen Themen festgehalten werden können. Auch hier sollten die User eingebunden werden. Zum Beispiel kann man so die Community mit einer Frage dazu bewegen, ihre Meinung oder Wünsche in die Kommentare zu schreiben oder Buttons mit Links auf bestimmte Landing-Pages versehen. Vlogs sind für Unternehmen ein interessantes Content Format geworden und können zur persönlicheren Kommunikation mit der Zielgruppe beitragen.

Fazit

Das Internet und die sozialen Netzwerke werden deutlich häufiger, dafür aber kürzer genutzt. Je spannender, persönlicher und interaktiver der Content ist, desto höher die Verweildauer und desto geringer die Absprungrate. Mit kurzen Video-Snacks oder durch ein ganz neues Erlebnis setzen sich Marken in den Köpfen der Zielgruppe fest. Durch Videomarketing kann die Messbarkeit des Konsumentenverhaltens genauer analysiert und das Kaufverhalten verändert bzw. bestärkt werden. Bewegtbild und damit auch das Videomarketing sind also nicht mehr wegzudenken. Für maximalen Erfolg muss der Content nur richtig in Szene gesetzt werden.

Eltje Rohling

Eltje ist angehende Mediengestalterin bei New Communication. Die gebürtige Flensburgerin tobt sich schon von klein an kreativ aus. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum sie perfekt zu uns passt. Denn am liebsten mag’s Eltje krassgrün – als Farbe oder in der Natur. Nur beim Karate hat sie den grünen Gurt schon lange gegen einen braunen getauscht. Attacke!

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