Sie wollen wissen, woher ich meine Informationen beziehe? Google, klar. Twitter? Na ja. Nachrichten und Pressemeldungen verbreiten sich rasend schnell über den Kurznachrichtendienst. Facebook? Bietet doch nur niedliche Tierbilder und allerhand Quatsch. Oder? Weit gefehlt. Auf der Suche nach marketingrelevanten Informationen werde ich durchaus über Facebook-Seiten von Verbänden, wissenschaftlichen Instituten und anderen Agenturen auf dem Laufenden gehalten.

Informationsgehalt sozialer Netzwerke

In den sozialen Netzwerken tummelt sich eine Vielzahl von Medien und Unternehmen. Und die geben durchaus Gehaltvolles von sich. Folgen Sie vertrauenswürdigen Online-Medien auf Facebook, Twitter oder Google+, finden Sie dort oftmals Verweise auf interessante Studien oder Umfragen. Das gilt besonders für Unternehmen, Institutionen, Blogger, die auf diese Weise wissenschaftliche Erkenntnisse verbreiten.

Der Vorteil gegenüber Pressemeldungen: Über eine eventuelle Diskussion verschaffen Sie sich ein (nicht repräsentatives) Meinungsbild oder weiterführende Hinweise. Das kann neue Perspektiven eröffnen.

So recherchieren Journalisten

58 % aller Recherchen finden online statt. Das ermittelte die Journalistenbefragung 2014 des Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.). Suchmaschinen und E-Mails sind die wichtigsten Quellen.

Eine bisher untergeordnete Rolle spielen die sozialen Netzwerke. Für 29 % der Journalisten dennoch eine wichtige Informationsquelle. Dennoch: Ihre Bedeutung erschließt sich allein dadurch, dass Twitter und Facebook im Zuge des „arabischen Frühlings“ gewissermaßen Leitmedien darstellten. Grundsätzlich gilt die Regel: Je jünger der Journalist, desto wichtiger soziale Netzwerke als Recherche-Quelle.

Nur 11 % der Journalisten recherchieren in Business-Netzwerken wie Xing. Dabei bieten viele Xing-Gruppen Beiträge, die Sie ihrem Ziel näher bringen. Das Fachpublikum dort gibt Ihnen mit etwas Glück wertvolle Tipps.

Auch die zur dpa-Gruppe gehörende news aktuell hat Journalisten zu ihren Recherchequellen interviewt.  Beliebtestes Recherche-Netzwerk: Facebook, gefolgt von YouTube, Twitter und Google+. Auch für mich gibt es Rechercheziele, die mit denen von Journalisten übereinstimmen z.B.: Stimmungsbilder zu aktuellen Themen, Hinweise auf Quellen im Internet, Meinungsverteilung zu Streitfragen sowie die Themensuche als solche. Das sind marketingrelevante Informationen.

Personaler auf Spurensuche

Sie brauchen Informationen über eine bestimmte Person? Dann machen Sie’s wie über 60 % der Personalverantwortlichen. Recherchieren Sie in sozialen Netzwerken. Sie haben sicher schon Meldungen gelesen, dass ein Kandidat wegen fragwürdiger Tweets oder inadäquater Bilder abgelehnt wurde oder gar seinen Job verlor. Aber Achtung: StudiVZ verbietet in den AGB (Punkt 5.4.1) explizit eine Nutzung zur „Personaldatenerhebung“. Was erlaubt ist und was nicht, haben die „staffexperts“ hier aufgeführt.

Schwarze Schafe

Ermittlungsbehörden und Schufa sind eher unbeliebte Rechercheure. 2012 kritisierte das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) die Pläne der Polizei. Die wollte zum Zweck der Gefahrenabwehr und Strafverfolgung in sozialen Netzwerken recherchieren. Der Bundesnachrichtendienst (BND) plant Ähnliches.

Und dann ist da noch die Schufa. 2012 wollte sie gemeinsam mit der Uni Potsdam die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern über Facebook & Co. ermitteln. Die Kooperation kam jedoch nicht zustande.

Fazit

Soziale Netzwerke bieten nicht nur Katzenbilder und Partyfotos, sondern auch durchaus seriöse Informationen. Die können Sie zu verschiedensten Zwecken nutzen. Bitte immer beachten: den  Datenschutz. Sonst bekommen Sie womöglich echte Probleme.

Quellen:

Bitkom Research Gmbh, ResponseSource – Medienmacher 2014

News aktuell Gmbh – Recherche 2014

Machill, Beiler, Krüger – Das neue Gesicht der Öffentlichkeit. LfM-Materialien Bd. 31, 2013

karrierebibel.de "Arbeitsrecht: Darf mich der Personaler googeln?", Jochen Mai vom 07.07.2014 (abgerufen am 02.08.2014)

staffxperts.de "Bewerber Recherche via Social Media – Was ist erlaubt und was nicht?",  Carsten Bornemann vom 06.03.2013 (abgerufen am 01.08.2014)

pnn.de "Schufa will an Facebook-Daten ran" vom 07.06.2012 (abgerufen am 31.07.2014)

Mirko Strauchmann

Mirko gräbt und wühlt als Fachmann für Reputation Management und Social Media Monitoring in den Tiefen des Internets. Passt ja: Schließlich hat er Geschichte und Archäologie studiert. Über die interessantesten Fundstücke berichtet Mirko auf reputation-management-blog.de. Außerdem verantwortet er das Wissensmanagement bei New Communication und versorgt seine Kollegen mit Insider-Infos für Konzepte und Marketing-Trends.

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