Schritt 0: Die Basis

Auch wenn es nicht immer den Anscheint hat: Ein Webshop ist letztlich nichts anderes als eine Website. Zwar unterscheiden sich Zweck und Funktionsweise, für Suchmaschinen besteht aber kein Unterschied. Wie bei allen Website-Projekten zahlt es sich daher auch bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO) von Shops aus, viel Wert auf die strategische Basis zu legen. Was sind die Bedürfnisse meiner Kund*innen? Wer ist meine Konkurrenz? Was sind meine Ziele? Die Antworten auf diese Fragen sind sehr individuell und sollten auch so behandelt werden. Die Analyse des Ist-Zustandes und Definition von Zielen helfen bei der strategischen Ausrichtung Ihres Shops. Dabei unterstützen wir Sie natürlich gerne.

In diesem Artikel schauen wir uns jedoch zunächst die allgemeingültigen Schritte der SEO für E-Commerce Projekte an.

Schritt 1: Das Produktportfolio

Damit wir nicht zu abstrakt werden, stellen wir uns die wichtigsten Schritte beispielhaft vor. Wir gehen also davon aus, dass wir ein mittelgroßer Schuhhändler sind, der seinen bestehenden Shop weiterentwickeln möchte. Unsere Produkte sollen besser im Web gefunden werden können. Bevor wir Maßnahmen umsetzen und so unser Ranking verbessern, müssen wir zunächst nur die eigenen Produkte und ihren Erfolg genau kennen. Da Shops umfassende Dimensionen annehmen können, ist es wichtig, sich zunächst auf die wichtigsten Produkte zu fokussieren. Diese optimieren wir dann nach und nach. Welche Produkte die wichtigsten sind, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Es könnten diejenigen Produkte sein, die die meisten Umsätze erzielen, den meisten Traffic auf die Website ziehen oder die beste Marge aufweisen.

Optimalerweise liegt uns nach der Analyse ein Ranking der Produkte vor, die wir zuerst für die Suchmaschinen optimieren wollen. Hierzu kann beispielsweise eine BCG-Matrix genutzt werden, um Prioritäten zu visualisieren.

Schritt 2: Die Keywordrecherche

Wenn wir unsere wichtigsten Produkte kennen, fällt es auch leichter die Keyword-Recherche zu betreiben – teilweise stehen Keywords dann sogar schon fest. Mit Analyse-Tools ermitteln wir, welche Keywords hohe Suchvolumina haben und welche eine gewisse Schwierigkeit aufweisen, gut darauf zu ranken. Kategorie- und Produktdetailseiten haben sich bei Suchenden als die wichtigsten Seiten erwiesen und sollten damit in den Fokus der Optimierung genommen werden.

Kategorie-Seiten nehmen eher Keywords mit höheren Suchvolumen ins Visier. Subkategorie-Seiten beschäftigen sich mit Keywords, die noch ein Stück länger sind – sogenannte Mid-Tail Keywords – wie zum Beispiel bestimmten Farben, Schuhtypen oder Größen. Produktdetailseiten werden auf Long-Tail Keywords ausgerichtet, wie beispielsweise „blaue textil sneaker herren“.

Schritt 3: Die Seitenstruktur

Wie schon angedeutet, zeichnen sich Online-Shops durch eine besondere Seitenstruktur aus. Diese Struktur richtet sich in erster Linie nach den Produkten, die wir verkaufen möchten. In unserem Beispiel ergibt in der obersten Ebene eine Einteilung in Damen, Herren und Kinderschuhe. Von dort aus kann dann in Sport-, Business-, Freizeitschuhe etc. eingeteilt werden, um den Kund*innen eine Kategorisierung nach Anlässen anzubieten. Hier entscheidet das Suchverhalten unserer User über den sinnvollsten Aufbau. Wenn wir das noch nicht genau kennen, helfen uns sogenannte „Personas“, den Bedürfnissen der User anzunähern.

Logischerweise liegen die Produktdetailseiten unserer Schuhe auf der untersten Ebene des Seitenbaums und können so einfach von den Usern angesteuert werden. Wenn wir SEO E-Commerce Big Player wie Zalando oder Otto betrachten, stellen wir allerdings vermehrt fest, dass die Produkte auf aller oberster Ebene und damit direkt unterhalb der Startseite liegen. Hier führen Weiterleitungen aus den Subkategorie-Seiten zurück an den Anfang – zumindest aus der Sicht des Seitenbaumes betrachtet. Für den Crawler der Suchmaschinen bekommen die Seiten so mehr Gewicht.

Auch Canonicals haben für Shops ein besonderes Gewicht und verdienen Aufmerksamkeit. Canonicals  sind Tags, die der Suchmaschine Bescheid geben, dass sich auf der angesteuerten Seite doppelt vorhandenen Content befindet. Sie sind für SEO-optimierte Shops immer dann ein Muss, wenn gleiche Produkte in verschiedenen Ausprägungen verkauft werden. Das können mehrere verschiedene Größen- und / oder Farbkombinationen sein, die eine neue URL erzeugen.

Schritt 4: Die Onpage-Optimierung

Für die Onpage Optimierung unserer Kategorie- und Produktdetailseiten gelten die gleichen Regeln wie bei normalen Inhaltsseiten:

  • Keyword optimierte Seitentitel, Meta Descriptions und Überschriften
  • Ausführliche und einzigartige Beschreibungen der Produkte mit der Verwendung relevanter Keywords und Synonyme
  • Hochqualitative Bilder und Videos für eine höhere Verweildauer
  • Wenn möglich strukturierte Daten verwenden

Eine Besonderheit der SEO von Shops sind die häufig verwendeten Filterfunktionen. Auch hier agiert Zalando clever: Jede Anwendung von Filtern erzeugt eine eigene Landingpage, die indexiert werden kann.

Schritt 5: Das Link-Building

Einer der stärksten Ranking-Faktoren für die Suchmaschinen-Optimierung sind weiterhin die sogenannten Backlinks. Das sind Links, die von externen Seiten auf die Landingpages zielen und diese miteinander verknüpfen. Suchmaschinen erkennen so die hohe Relevanz der Seiten und Produkte. Analyse-Tool Anbieter Sistrix bietet ein gutes Hilfswerk für den Aufbau von Backlinks an. Unser Liebling: die Strategie der strukturierten Potenziale. Hier können mit etwas Recherche große Mengen an Backlink-Möglichkeiten entdeckt werden und systematisch angefordert werden.

Schritt 6: Die technische Optimierung

Im Juni 2021 veröffentlichte Google das Core Web Vitals Update seines Suchalgorithmus. Schon länger war zu erkennen, dass die User Experience in Zukunft einen stärkeren Einfluss auf das Ranking nehmen wird. So wird darauf geachtet, ob die Webseiten und Shops für mobile Geräte optimiert sind, eine HTTPS-Verbindung anbieten und eine XML-Sitemap zur Verfügung stellen. Um die neue technische Seite der Core Web Vitals zu beeinflussen, sollte unter anderem darauf geachtet werden, dass:

  • der Server, auf dem der Shop liegt, kurze Antwortzeiten ermöglicht
  • unnötige Ressourcen nicht geladen werden
  • Bilder komprimiert werden
  • 301-Weiterleitungen reduziert werden

Bonus-Schritt für Fleißige

Abschließend geben wir als ergänzenden Schritt noch einen Tipp: Content ist und bleibt King beziehungsweise Queen. Blogs, Infografiken, Konfiguratoren oder andere unterstützende Inhalte bieten Ihren Usern einen Mehrwert beim Einkauf, sorgen nebenbei für eine höhere Verweildauer und eine intensivere Klicktiefe. Insbesondere bei höherwertigen Produkten und Dienstleistungen lohnt es sich, mehr Informationen anzubieten.

Quellen:

seonative.de

sistrix.de

Yannik ist Online-Berater bei New Communication und schon immer in der digitalen Welt zu Hause. Bereits im zarten Alter von 3 Jahren besaß er seinen ersten PC. Wenig später studierte er Multimedia Production und BWL mit Schwerpunkt Marketing. Unser digitaler Tausendsassa hat aber auch ein Offline-Leben. In dem surft er, macht Sport oder ist mit dem Motorrad on the road – am liebsten in aller Herren Länder. Gas geben kann er eben, unser Yannik.

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