Die Städte von morgen

Was passiert, wenn die Verlässlichkeit der autonomen Fahrzeuge nicht mehr hinterfragt wird und sie mit höchstem Sicherheitsgrad am Straßenverkehr teilnehmen? Wie könnte und müsste sich das Bild der Städte verändern? Welche Chancen und Gefahren ergeben sich, wenn ein Großteil des Transports unbemannt vonstattengeht? Antworten auf diese Fragen versucht die National Association of City Transportation Officials (NACTO) im „Blueprint For Autonomous Urbanism“ zu geben.

Die NACTO ist eine Organisation aus 62 nordamerikanischen Großstädten und 10 Verkehrsgesellschaften. Ihr Ziel: Sie will die urbane Planung auf die Anforderungen der Menschen zuschneiden, nicht auf den Autoverkehr. Dazu gestaltet die NACTO Designrichtlinien für Städteplaner, die ein breites Spektrum an städtischen Baumaßnahmen umfassen. Das Blueprint definiert keine Richtlinien. Es stellt eher ein Gedankenexperiment dar.

Schmalere Fahrspuren erlauben, den Raum zurückzugewinnen. Das Städtebild wird so durch mehr Grünflächen und Erholungsgebiete definiert. Öffentliche Verkehrsmittel, Carsharing-Flotten und Last-Mile-Lösungen befriedigen Mobilitätsbedürfnisse. Privatfahrzeuge werden zum Luxusgut und daher sehr selten, prophezeit die NACTO.

Damit entfällt die Notwendigkeit reservierter Parkplatzflächen. Denn Fahrzeuge verbrauchen wertvollen Platz. Tatsächlich werden sie nur für einen kurzen Zeitraum am Tag verwendet. Dem Bericht „Mobilität in Deutschland“ nach verbringen wir gerade einmal 80 Minuten täglich unterwegs.

Die neuen Mobilitätsformen werden das Stadtbild verändern. Die NACTO gibt entsprechende Planungsrichtlinien für Städteplaner weltweit vor. (© NACTO)

Urbane Entwicklung

Nach Einschätzung des Carsharing-Portals Ubeeqo gehen in deutschen Städten 5–12 % der Fläche verloren. Für die zurückgewonnene Fläche könnte man sich einige Nutzungskonzepte einfallen lassen. Das reicht von der Erschaffung von Wohnraum bis zur Erweiterung des Freizeitangebots innerhalb der Wohngebiete.

Das Konzept von NACTO beschreibt mögliche und notwendige Veränderungen für alle Straßentypen – von einer kleinen Straße im Wohngebiet bis zur Hauptverkehrsader einer Stadt. Wesentlicher gemeinsamer Aspekt der Veränderungen ist die flexible Nutzung der Infrastruktur, vor allem der Straßenseiten. Diese Flex-Zonen können je nach Uhrzeit, Jahreszeit oder zum Beispiel während einer Veranstaltung ihre Nutzungsart verändern. So würde die Straßenseite früh morgens für die Anlieferung reserviert sein, danach für den Ein- und Ausstieg der Arbeiter, mittags für Food Trucks und spätabends für die Ankunft und Abfahrt von Barbesuchern. Autonome Fahrzeuge können systematisch angewiesen werden, solche Zonen nur zum korrekten Zweck zu nutzen.

Safety first

Großes Augenmerk legt die NACTO auf die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Die engeren Fahrspuren spielen dabei eine genauso große Rolle wie die Unterteilung der Straße in Nutzungsbereiche (öffentliche Verkehrsmittel, Lieferverkehr, Personenverkehr etc.). Die Trennung dieser Bereiche erfolgt durch Sicherheitsinseln. Kantsteine sind nicht mehr notwendig. Denn autonome Fahrzeuge verlassen ihre Spur nicht. Auch die Geschwindigkeit kann deutlich reduziert werden. Weil automatisierter Verkehr sich wesentlich effizienter gestaltet, verlängert sich die Fahrzeit nicht.

Grundsätzlich muss die Fahrzeuglogik anderen Verkehrsteilnehmern Vorrang gewähren. Die Summe dieser Maßnahmen macht eine Stadt sicherer und barrierefreier. Sie verkürzt die Fußwege und ermöglicht eine dynamische Fortbewegung, die nicht durch Ampeln und Zebrastreifen eingeengt ist.

© NACTO. NACTO-Prognose: Entwicklung der Mobilitätsströme (Anzahl Menschen/Stunde)
© NACTO. NACTO-Prognose: Entwicklung der Mobilitätsströme (Anzahl Menschen/Stunde)

New Mobility und Marketing

Auf den ersten Blick scheint es, als hätte New Mobility nichts mit Marketing zu tun. Doch das Gegenteil ist der Fall. Zum einen haben die veränderten Mobilitätsströme enormen Einfluss auf Lage und Präsenz von Out-of-Home-Flächen. Zum anderen wird es neue Formen der Verkehrsmittel-Werbung etwa im Hinblick auf Carsharing geben. Sollten Stadtteile irgendwann autofrei sein, wirkt sich dieses auch enorm auf die Frequentierung von Ladengeschäften und Gastbetrieben aus. Zudem löst es eine erhöhte Nachfrage nach Liefermöglichkeiten aus.

Durch derartige technologische Veränderungen entstehen völlig neue Märkte und Market Player in dem Gigamarkt Mobilität. Auch Arbeitgeber können sich schon auf neue Bedürfnisse von Arbeitnehmern einstellen. Dazu gehören beispielsweise Ladestationen für elektrobetriebene Fahrzeuge auf dem firmeneigenen Parkplatz. Oder verbesserte, sichere Abstellmöglichkeiten für E-Mobilitätsfahrzeuge wie E-Scooter oder Pedelecs.

Grundsätzlich können Unternehmen ihre Innovationskraft natürlich auch ein Stück weit dadurch ausdrücken, dass sie auf Mobilitätskonzepte der Zukunft setzen. Zum einen stärken sie den Wert Innovation, zum anderen aber auch Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit.

New Communication ist der Ansicht, dass neue Mobilitätskonzepte eher von Unternehmen adaptiert werden als von Privatpersonen. Kommunen sind die ersten, die schon umsteigen und ihre Busflotten auf E-Mobility umstellen. Dann folgen Unternehmen und in der 3. Welle dann Privatpersonen.

 

Quellen:

focus.de

automobilwoche.de

tuv.com/de

auto-motor-und-sport.de

powertogas.info

manager-magazin.de

cars.mclaren.com

presse.porsche.de

cleanthinking.de

adac.de

auto-motor-und-sport.de

planet-wissen.de

nzz.ch

sueddeutsche.de

emotion-technologies.de

wiwo.de

Christopher Krawietz

Christopher ist Entwickler bei New Communication. Der studierte Medieninformatiker programmiert Web Apps, die gut und gerne als „crazy shit“ bezeichnet werden dürfen. Privat geht’s da deutlich bürgerlicher zu. Da findet man den eingefleischten Borussia-Dortmund-Fan nämlich entweder auf dem Fußballplatz oder im Wohnmobil. 1A-Kombi, finden wir.

Artyom Tokarev

Artyom ist Art Director für AR, VR und Bewegtbild bei New Communication – und wird von allen nur Arti genannt. Der studierte Multimedia Producer hat schon so einigen Kunden mit seinen Mixed Reality Kunststücken die Köpfe verdreht. So überzeugend, dass er unserer Meinung nach eigentlich Sm-Arti heißen müsste. Oder Einzig-Arti. Kurz gesagt: Wir lieben ihn einfach, unseren Arti Director.

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